Kürzungen bei Hilfsgeldern, so auch bei der Malariaprophylaxe und bei Impfstoffen, gefährden die Gesundheit von Kindern und lassen deren Sterblichkeit wieder ansteigen.
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Die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, werde in diesem Jahr erstmals seit der Jahrtausendwende wieder steigen, prognostizieren Forschende im Auftrag der Gates-Stiftung.
»Der Hauptgrund für diesen Anstieg der Todesfälle ist, dass Hilfsgelder gekürzt wurden, mit denen Moskitonetze und Impfstoffe gekauft sowie Mütter und Kinder mit Nahrung versorgt werden«, sagte Gates der Deutschen Presse-Agentur.
Im Gesundheitsbereich seien die weltweiten Entwicklungshilfegelder in diesem Jahr um 26,9 % gesunken, heißt es in dem Bericht. Das liegt vor allem an der Entscheidung der USA, einen großen Teil ihrer Hilfszahlungen einzustellen. Aber auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und andere europäische Länder geben weniger Geld.
Deutschland kürzt Hilfszahlungen
Die Bundesregierung will die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit erneut senken – nachdem der Haushalt des Ministeriums bis 2020 allerdings jahrelang gestiegen war. 2026 sollen laut Haushaltsentwurf noch 9,94 Milliarden Euro und damit rund 340 Millionen Euro weniger als in diesem Jahr zur Verfügung stehen.
Noch stärker soll bei der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit sowie an Beiträgen an die Vereinten Nationen und internationale Nichtregierungsorganisationen gespart werden. Stattdessen sollen die Beiträge an multilaterale Entwicklungsbanken steigen.
Gates mahnte die Bundesregierung zu Umsicht. »Letztlich liegt es an den Entscheidungsträgern, ob sie unverhältnismäßige Kürzungen bei den Mitteln vornehmen, die das Leben von Kindern in den ärmsten Ländern der Welt retten. Ich hoffe sehr, dass solche unverhältnismäßigen Kürzungen nicht vorgenommen werden.«
Erfolge können verloren gehen
Die in den vergangenen Jahrzehnten erzielten Erfolge drohten nun verloren zu gehen. Ein Beispiel ist die von Stechmücken übertragene Infektionskrankheit Malaria, die zu den wichtigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren gehört. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – deren größter Geldgeber nach dem Austritt der USA ebenfalls die Gates-Stiftung ist – berichtet, dass seit dem Jahr 2000 zwar 14 Millionen Todesfälle verhindert wurden, zuletzt die Malariafälle aber gestiegen seien.
Schrumpfende Mittel besser einsetzen
Gates betont zugleich, dass trotz sinkender Budgets noch Fortschritte möglich seien, wenn die vorhandenen Mittel gezielt eingesetzt würden. Als Beispiele nennt der Bericht die grundlegende Gesundheitsversorgung, die Ausweitung und Verbesserung von Standardimpfungen sowie den gezielten Einsatz von Daten, um Maßnahmen wie die Malariavorsorge punktgenauer dort einzusetzen, wo sie am nötigsten sind.
Grundlegende medizinische Versorgung könne für weniger als 100 US-Dollar im Jahr pro Person bis zu 90 % aller Todesfälle bei Kindern verhindern. Würden die verfügbaren Mittel richtig eingesetzt, könnten etwa Malaria und Lungenentzündungen als Todesursachen bei Kindern ausgerottet werden, heißt es in dem Bericht.
Quelle: dpa, 4.12.2025 ∙ DHZ
