In Dänemark profitieren Mütter und Kinder von einer guten Primärversorgung mit gleichem Zugang für alle. Foto: © EVERST/stock.adobe.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Dänemark für die Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis zertifiziert und damit das Engagement des Landes für die Prävention dieser Infektionen bei der Geburt jedes Kindes anerkannt. Der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus betont: »Dieser Meilenstein beweist, dass Länder mit starkem politischem Engagement und kontinuierlichen Investitionen in die Primärversorgung und integrierte Mutter-Kind-Gesundheitsdienste jede Schwangere und jedes Neugeborene vor diesen Krankheiten schützen können.«

Erstes erfolgreiches Land in der EU

Die Validierung 2025 habe bestätigt, dass Dänemark als erstes Land in der Europäischen Union alle erforderlichen Ziele für den Zeitraum 2021 bis 2024 erreicht habe, darunter niedrige Übertragungsraten und eine hohe Abdeckung pränataler Tests und Behandlungen für Schwangere.

Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, erläuterte: »Eliminierung bedeutet, mindestens 95 von 100 Schwangeren zu testen und zu behandeln und die Zahl der Neuinfektionen bei Säuglingen Jahr für Jahr unter 50 pro 100.000 Geburten zu halten. Dänemark hat diese Ziele durch eine umfassende Schwangerenvorsorge, zuverlässige Datensysteme und die Achtung der Rechte von Frauen erreicht.« Dänemarks vorbildliche Datensysteme, seine Laborkapazität und seine Menschenrechtsstandards seien für diesen Erfolg unerlässlich gewesen.

Gesundheitspolitische Grundlagen

»Diese Bestätigung durch die WHO ist ein stolzer Moment für Dänemark und das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit unserer Gesundheitsfachkräfte, Hebammen und Teams des öffentlichen Gesundheitswesens, die sicherstellen, dass jede Schwangere die benötigte Vorsorge und Betreuung erhält«, sagte Sophie Løhde, dänische Ministerin für Inneres und Gesundheit. »Das dänische Gesundheitssystem – basierend auf dem Prinzip des gleichen Zugangs für alle – war die Grundlage dieses Erfolgs.«

Gute Voraussetzungen

In Dänemark sind die HIV- und Syphilis-Raten bei Schwangeren niedrig. Etwa 5.950 Menschen leben mit HIV und weniger als 0,1 % der Schwangeren sind betroffen. Durch routinemäßige Tests und Behandlungen konnte die Mutter-Kind-Übertragung auf null reduziert werden. Die Prävalenz chronischer Hepatitis-B-Infektionen wird auf etwa 0,2–0,3 % geschätzt, hauptsächlich bei Migrant:innen aus Endemiegebieten. Kongenitale Syphilis ist dank systematischer pränataler Untersuchungen und Betreuung ebenfalls selten. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 626 Syphilisfälle gemeldet, überwiegend bei Männern (524) und seltener bei Frauen (102).

Diese niedrigen Infektionsraten unterstreichen laut WHO die Wirksamkeit der Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der umfassenden pränatalen Versorgung in Dänemark.

Quelle: WHO, 27.2.2026 · DHZ