Foto: © DHBW Stuttgart
Was bedeutet es, Frauen ins Zentrum der Versorgung zu stellen? Aktuelle Forschung zu »Woman Centered Care« stand Mitte Mai 2026 im Mittelpunkt des 4. Symposiums der Hebammenwissenschaften an der DHBW Stuttgart. Rund 130 Teilnehmer:innen verfolgten die Vorträge.
Fünf Beiträge beleuchteten frauzentrierte Betreuung und die Selbstbestimmung von Schwangeren während der Geburt aus verschiedenen Perspektiven. Auch zwei Absolvent:innen der DHBW Stuttgart präsentierten ihre Ergebnisse. Durch die Veranstaltung führten Prof.in Dr. Sonja Wangler sowie Petra Reiber vom Studiengang Angewandte Hebammenwissenschaft.
Kontinuierliche Betreuung stärkt Outcomes
Zum Auftakt stellte Jane Sandall (King’s College London) Forschungsergebnisse vor, nach denen kontinuierliche Unterstützung durch Hebammen mit weniger Komplikationen sowie niedrigeren Kaiserschnitt- und Frühgeburtenraten einhergeht.
Selbstbestimmung im Spannungsfeld professioneller Verantwortung
Nadia Wiedemann und Dr. Marie Tallarek beleuchteten die Selbstbestimmung aus unterschiedlichen Perspektiven. Während Wiedemann den Fokus auf die Schwangere legte, untersuchte Tallarek die Sicht von Hebammen. Sie entwickelte hierfür den Begriff der „verantwortlichten Selbstbestimmung“, der das Spannungsfeld zwischen Autonomie der Frau und beruflicher Verantwortung beschreibt.
Prof. Mirjam Peters ergänzte das Programm um Aspekte zu Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen im ersten Trimenon und hob die Bedeutung nicht-wertender Kommunikation und emotionaler Begleitung hervor.
Versorgungsrealität differenziert betrachten
Barbara Wagner untersuchte in ihrer Bachelorarbeit die Versorgungslage in Karlsruhe anhand von Krankenkassendaten. Die Ergebnisse legten nahe, dass die Frage nach einem generellen Hebammenmangel nicht eindeutig zu beantworten ist und weiteren Forschungsbedarf besteht.
Quelle: DHBW Stuttgart, 19.5.2026 · DHZ

