
»Erklär's« – Das wortwitzige Begrifferaten für Hebammen
Ziel des Spiels | Variante 1
Das Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Begriffe richtig zu erklären, ohne dabei bestimmte verbotene Wörter zu verwenden. Für jeden richtig erratenen Begriff erhält das Team einen Punkt. Am Ende gewinnt das Team mit den meisten Punkten.
Spieler
Vier oder mehr Spieler in zwei oder mehr Teams. Empfohlene Teamgröße: 2–6 Personen pro Team.
Vorbereitung
Teams bilden und Spielreihenfolge festlegen. Legt zu Beginn die Anzahl der Runden fest und legt die Karten bereit. Jetzt den Timer pro Runde auf eine vereinbarte Zeit einstellen, z.B. 60 Sekunden.
Das Spiel
- Ein Spieler / eine Spielerin zieht eine Karte und erklärt dem eigenen Team den Hauptbegriff, der oben auf der Karte steht.
- Dabei dürfen die auf der Karte verbotenen Wörter nicht genannt werden. Auch Wortbestandteile oder Ableitungen sind nicht erlaubt. Die gegnerische Mannschaft überprüft das.
- Das Team versucht, möglichst viele Begriffe in der vereinbarten Zeit zu erraten.
- Pro erratenem Begriff gibt es einen Punkt.
- Verwendet die Person, die erklärt, versehentlich ein verbotenes Wort, wird die Karte übersprungen und zählt nicht.
- Nach Ablauf der Zeit ist das nächste Team an der Reihe.
- Wer hat nach der vereinbarten Rundenzahl die meisten Punkte?
Didaktischer Kommentar
Diese Spielvariante ist nicht nur rasant und lustig, sondern bietet gleichzeitig eine Vielzahl an Lern- und Reflexionsmöglichkeiten:
- Aktivierung und Vernetzung vorhandenen Fachwissens
- Förderung einer präzisen und adressatengerechten Fachsprache
- Entwicklung kommunikativer Kompetenzen
- Training des schnellen Wissensabrufs
- Stärkung kooperativer Lernprozesse.
Das Umschreiben fachlicher Begriffe fordert dazu auf, Inhalte flexibel zu strukturieren und verschiedene Wissensbestände miteinander zu verknüpfen. Lernende greifen auf Vorwissen zurück, formulieren Zusammenhänge neu und entwickeln Sicherheit im fachlichen Sprachgebrauch. Gleichzeitig unterstützt die Methode den Transfer theoretischer Inhalte in berufliche Handlungssituationen und stärkt die kommunikative Kompetenz innerhalb des Teams.
Ziel des Spiels | Variante 2
Die Vorbereitung ist dieselbe wie bei Variante 1. In dieser Variante stellt ihr den Begriff ausschließlich durch Gestik und Mimik dar. Sprache und Geräusche sind nicht erlaubt.
Didaktischer Kommentar
Das Spiel verläuft in dieser Variante komplett anders und fördert andere Komptenzen:
- Förderung nonverbaler Kommunikation
- Perspektivwechsel und kreative Problemlösung
- Aktivierung impliziten Wissens
- Gemeinsame Reflexion fachlicher Inhalte.
Die pantomimische Darstellung reduziert einen Begriff auf seine wesentlichen Merkmale. Dadurch werden zentrale Inhalte bewusst ausgewählt und sichtbar gemacht. Im anschließenden Austausch werden unterschiedliche Interpretationen reflektiert und fachlich eingeordnet. Die Methode erweitert den Zugang zu Wissen und unterstützt unterschiedliche Lernstile.
Didaktische Kommentare: Sarah Schulze | Pädagogin

»Latenzreise« – Ein Reflexionsspiel für geburtshilfliche Teams
Ziel des Spiels
Die Spielerin / der Spieler bringt alle Beteiligten der Latenzphase – Gebärende, Hebamme, Ärztin/Arzt und die Emotionen (z.B. Angst & Freude) – sicher von der einen auf die andere Flussseite. Die Figuren reflektieren den Prozess. Ziel ist es, dass die Beteiligten die Latenzphase erfolgreich meistern und am Ende der Latenzphase gemeinsam auf der gleichen Flussseite stehen.
Ausgangssituation
Im Boot sitzt die Gebärende, sie steuert das Boot (ihre Geburt). Die Hebamme, die Ärztin / der Arzt und die Emotionen stehen gemeinsam auf der einen Uferseite. Die Spieler:innen legen fest, welche Figur welche Rolle einnimmt.
Die Regeln
- Die Gebärende verlässt das Boot nicht, kann aber alleine im Boot sein.
- Im Boot darf neben der Gebärenden immer nur eine weitere Figur/Person sitzen.
- Emotionen und Hebamme sowie Emotionen und Ärztin/Arzt dürfen nicht allein auf der selben Flussseite stehen – das wäre eine Überforderung für beide.
Reflexionsregeln
Hebamme + Ärztin/Arzt alleine: Sie können ein Konsil über den aktuellen Stand der Latenzphase halten
Gebärende + eine weitere Figur (Hebamme, Ärztin/Arzt oder Emotionen) alleine: Es kann Reflexion, Austausch und sichere Orientierung
stattfinden.
Reflexionsfragen
Reflektieren Sie folgende Fragen:
- Welche »Bootsfahrten« spiegeln reale Phasen der Kommunikation im Kreißsaal wider?
- In welchen Momenten kann die Gebärende selbstständig agieren, und wann ist Teamkoordination nötig?
- Welche Rolle spielen Emotionen für die Sicherheit und Orientierung der Gebärenden?
- Wie kann ein Konsil zwischen Hebamme und Ärztin/Arzt die Betreuung verbessern?
- Welche Parallelen zwischen Spiel und realer Latenzphase fallen Ihnen auf?
Die Geschichte zum Spiel
Am Flussufer steht die Gebärende, bereit für ihre Reise durch die Latenzphase. Neben ihr warten drei wichtige Begleiter:
Emotionen, die inneren Gefühle, die Orientierung und Balance geben
Die Hebamme, ruhig, erfahren und aufmerksam, bereit, die Reise zu begleiten
Die Ärztin / der Arzt, sachlich und reflektiert, bereit für Konsile und Entscheidungen
Vor ihnen fließt der Fluss, ruhig, mit sanften Strömungen – ein Symbol für die Latenzphase: Alles geschieht langsam, stetig und erfordert Aufmerksamkeit, Geduld und kontinuierliche Begleitung.
Die Überfahrt (und die Lösung)
- Die Gebärende steigt in ihr Boot und nimmt Emotionen mit auf das gegenüberliegende Ufer. Dort kann sie kurz innehalten, ihre Gefühle reflektieren und Orientierung gewinnen.
- Die Gebärende fährt allein zurück zum Startufer und holt die Hebamme. Während der Überfahrt sprechen die beiden über die Emotionen und mögliche Unterstützungsmöglichkeiten.
- Die Gebärende kann so wieder besser mit der Situation umgehen und nimmt nach Absetzen der Hebamme die Emotionen zurück zum Startufer, lässt sie aussteigen und nimmt nun
- die Ärztin/den Arzt mit zum gegenüberliegenden Ufer. Dort können Hebamme und Ärztin/Arzt den Verlauf besprechen, während
- die Gebärende zurückfährt und ihre Eindrücke verarbeitet.
- Am gegenüberliegenden Ufer steigen die Emotionen ein und gestärkt fährt die Gebärende mit den Emotionen zurück ans andere Ufer.
Nun sind alle vier Figuren sicher auf der anderen Seite des Flusses angekommen. Die Latenzphase ist behutsam, kontinuierlich und gut begleitet gemeistert. Alle sind bereit, in die nächste Phase der Geburt zu starten.
Die Botschaft
- Emotionen sind da und wollen gehört werden – es ist wichtig, sie zu reflektieren und ernst zu
nehmen. - Die Hebamme begleitet, beobachtet kontinuierlich und sorgt für Sicherheit.
- Die Ärztin / der Arzt ergänzt punktuell die medizinische Perspektive.
- Die Gebärende steuert aktiv ihre Latenzphase und integriert Impulse.
- Nur gemeinsam und mit Geduld lässt sich die Latenzphase sicher und wertschätzend durchlaufen.
Didaktischer Kommentar
Das Spiel ist mehr als nur ein Logikrätsel. Es ist ein praxisnahes Lern- und Reflexionsinstrument für interprofessionelle Teams und in der Praxisanleitung.
- Förderung der Teamkoordination
Das Spiel zeigt auf spielerische Weise, dass jede Rolle im Team wichtig ist, auch wenn sie zeitweise im Hintergrund agiert. Teams erkennen, wie kontinuierliche, abgestimmte Begleitung funktioniert und welche Abhängigkeiten zwischen den Akteuren bestehen. - Bewusstsein für Rollen und Zuständigkeiten
Jede Figur im Spiel (Gebärende, Hebamme, Ärztin/Arzt, Emotionen) symbolisiert eine reale Verantwortung oder Funktion in der Latenzphase. Das Spiel hilft, klar zu sehen, dass Aktivität, Beratung und konsequente Zurückhaltung abwechselnd ihre Daseinsberechtigung haben. - Reflexion und Kommunikation
Jede Bootsfahrt ist eine Gelegenheit für Reflexion, Austausch und Konsil. Teams üben, kurze, gezielte Abstimmungen einzubauen und erkennen, dass diese Kommunikation die Sicherheit der Gebärenden erhöht, ohne dass sie überlastet wird. - Sensibilisierung für emotionale Zustände
Die Figur »Emotionen« symbolisiert die psychische und emotionale Lage der Gebärenden. Das Spiel sensibilisiert dafür, emotionale Signale wahrzunehmen, einzubeziehen und zu respektieren, während medizinisch gesicherte Betreuung stattfindet. - Förderung von Sicherheit und Planung
Teams erleben, dass strukturiertes Vorgehen und vorausschauendes Planen entscheidend sind, um instabile Konstellationen zu vermeiden. Die Latenzphase wird so als kontinuierlicher, planbarer Prozess erfahrbar, in dem alle Beteiligten aufeinander abgestimmt handeln. - Didaktischer Mehrwert
Spielerisches Lernen vermittelt Inhalte aktiv und emotional, was die Transferleistung in die Praxis erhöht. Das Spiel bietet einen geschützten Raum, um Rollen, Kommunikation und Entscheidungswege zu üben, ohne reale Risiken einzugehen.
Fazit
Das Spiel ist ein praktisches, interaktives Tool, um Teams und Studierende dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, die Latenzphase koordiniert, reflektiert und sicher zu begleiten. Es zeigt Rollen, Interaktionen und Reflexionsmöglichkeiten auf, macht die Kontinuität der Betreuung erfahrbar und fördert die Teamdynamik auf eine spielerische, einprägsame Weise. Geeignet für die Reflexion im Team sowie die Praxisanleitung.
Spielidee, angepasst auf die Latenzphase der Geburt: Sarah Schulze | Pädagogin

»Doppelt!« – Rasantes Suchspiel aus der Welt der Hebammen
Ziel des Spiels | Variante 1
Finde schneller als die anderen das gleiche Symbol auf zwei Karten!
Spieler
2–6 Personen
Vorbereitung
Karten mischen und verdeckt auf einen Stapel legen.
Das Spiel
Reihum deckt ein Spieler / eine Spielerin gleichzeitig zwei Karten auf und legt sie nebeneinander auf den Tisch. Jetzt suchen alle Spieler:innen gleichzeitig nach zwei identischen Symbolen auf den beiden Karten. Wer zuerst das identische Bild findet und es fachlich richtig benennt, bekommt eine der beiden Karten und damit einen Punkt.
Für die nächste Runde deckt nun immer der nächste Spieler / die nächste Spielerin im Uhrzeigersinn zwei Karten auf. Und weiter geht’s.
Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Karten sammeln konnte.
Didaktischer Kommentar
Diese Spielvariante ist nicht nur lustig, sondern bietet gleichzeitig eine Vielzahl an aktiven Lern- und Reflexionsmöglichkeiten, wie
- Förderung visueller Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
- Verknüpfung visueller Reize mit fachlichen Begriffen
- Aktivierung und Festigung von Fachwissen
- Training eines schnellen und sicheren Wissensabrufs
- Förderung fachlicher Kommunikation.
Die Methode verbindet visuelle Wahrnehmung mit sprachlicher Verarbeitung. Symbole werden erkannt, fachlich benannt und in bereits vorhandene Wissensstrukturen eingeordnet. Dadurch entstehen stabile Verknüpfungen zwischen Bildern, Begriffen und beruflichen Handlungssituationen. Gleichzeitig werden Aufmerksamkeit, Konzentration und Reaktionsfähigkeit gefördert. Der anschließende fachliche Austausch bietet Gelegenheit, Inhalte zu vertiefen, Erfahrungen einzubringen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. So unterstützt das Spiel sowohl den Kompetenzerwerb als auch das gemeinsame Lernen im Team.
Ziel des Spiels | Variante 2
Lass dich von den Bildern inspirieren und komm ins Erzählen und Reflektieren.
Spieler
2–10 Personen
Vorbereitung
Zieh eine Karte und wähle daraus drei bis fünf Symbole.
Das Spiel
Erzähle auf der Grundlage der von dir gewählten Symbole eine Situation aus deinen bisherigen Praxiserfahrungen. Alternativ kannst du auch einen möglichen Betreuungsverlauf von der Schwangerschaft bis ins erste Lebensjahr entwickeln.
Didaktischer Kommentar
Beim Erzählen, Überlegen und Entwickeln von Betreuungsverläufen werden verschiedene Kompetenzen geschult:
- Entwicklung narrativer Kompetenz
- Förderung klinischen Denkens und strukturierter Fallbetrachtung
- Verknüpfung von Erfahrungen mit theoretischem Wissen
- Förderung fachlicher Kommunikation
- Reflexion beruflicher Handlungssituationen.
Geschichten ermöglichen es, einzelne Fachinhalte in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Durch das Erzählen werden Erfahrungen reflektiert, Entscheidungsprozesse sichtbar und theoretisches Wissen mit praktischen Handlungssituationen verknüpft. Die Methode fördert strukturierte Kommunikation, Perspektivwechsel sowie den kollegialen Austausch und unterstützt damit kompetenzorientiertes Lernen.
Didaktische Kommentare: Sarah Schulze | Pädagogin
