Die ersten Hebammen des Anpassungslehrgangs übergaben den neuen Hebammen aus Drittstaaten einen Brief mit der Aufschrift »Schichtübergabe«, in dem sie ihre Erfahrungen zur Ausbildung an der Medizinischen Fakultät festgehalten haben. Foto: © Christian Hüller/Universität Leipzig

Der erste Anpassungslehrgang für Hebammen mit Ausbildungsabschlüssen aus Drittstaaten ist an der Universität Leipzig erfolgreich abgeschlossen worden. Die Teilnehmerinnen aus der Ukraine, Serbien, dem Kosovo und dem Iran wurden am 15. September 2026 feierlich verabschiedet.

Im Rahmen des Pilotprojekts erhielten die Hebammen individuell zugeschnittene Qualifizierungsangebote, die an die jeweiligen Ausbildungssysteme, medizinischen Standards und rechtlichen Vorgaben ihrer Herkunftsländer angepasst waren.

Für die Durchführung des Lehrgangs erhielt das Institut für Hebammenwissenschaft und interprofessionelle Perinatalmedizin eine Zertifizierung als anerkannter Bildungsträger. Das Projekt wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstützt.

Beitrag zur Fachkräftesicherung

Die ersten Teilnehmerinnen begannen ihren Anpassungslehrgang im Mai 2025 an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Nach erfolgreich absolvierten theoretischen und praktischen Prüfungen bestehen nach Angaben der Hochschule gute Chancen auf eine Übernahme in Kliniken in Sachsen und Sachsen‑Anhalt.

„Die Zusammenarbeit mit den erfahrenen Hebammen aus den Drittstaaten war horizonterweiternd und menschlich wie fachlich eine Bereicherung“, erklärte Institutsdirektorin Prof. Dr. Henrike Todorow.

Bundesweit existieren bislang nur wenige spezialisierte Angebote zur beruflichen Anerkennung von Hebammen aus Drittstaaten. Vor dem Hintergrund des Hebammenmangels könne die Anerkennung internationaler Berufsabschlüsse einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.

Fortsetzung des Programms geplant

Ein zweiter Anpassungslehrgang ist bereits am 1. September 2026 gestartet. Nach Angaben der Universität soll das Angebot künftig auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden. Geplant ist unter anderem eine Zusammenarbeit mit Kliniken in Hamburg.

Quelle: Uni Leipzig, 18.9.2026 · DHZ