Internationale Expertise für innovative Beckenbodenchirurgie (v.l.n.r.): DGKP Andreas Landskorn; Assistenzärztin Dr. Katharina Salzberger; Prof. Dr. med. Frédéric Ris aus Genf; Oberarzt Dr. Balázs Stenczer; Primarius Ass.-Prof. Dr. med. Bálinth Balogh MHBA Foto: © Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg
Levatorverletzungen zählen zu den möglichen Folgen vaginaler Geburten, werden jedoch häufig nicht erkannt. Nach Angaben des Universitätsklinikums Wiener Neustadt-Hochegg können Teilabrisse bei bis zu zehn Prozent der Spontangeburten und bei bis zu 30 Prozent der Geburten mithilfe einer Saugglocke auftreten.
Rekonstruktion erstmals durchgeführt
Am Universitätsklinikum Wiener Neustadt-Hochegg wurden nun erstmals operative Rekonstruktionen des Levatormuskels bei Frauen mit geburtsbedingten Beckenbodenverletzungen durchgeführt. Sechs Patientinnen mit diagnostiziertem Levatorabriss wurden mit dem spezialisierten Verfahren operiert. Begleitet wurden die Eingriffe von dem Genfer Chirurgen Prof. Dr. Frédéric Ris, der die Methode entwickelt hat.
Frühzeitige Diagnose im Fokus
Unbehandelt können Levatorverletzungen langfristig zu Beckenbodeninsuffizienz, Harn- oder Stuhlinkontinenz sowie Senkungsbeschwerden führen. Die Rekonstruktion kommt nach spezialisierter Diagnostik und individueller Indikationsstellung für ausgewählte Patientinnen mit nachgewiesenem Levatorabriss infrage. Neben der Weiterentwicklung der Methode sieht die Wiener Neustädter Urogynäkologie insbesondere die frühzeitige Diagnose geburtsbedingter Beckenbodenverletzungen als wichtigen Baustein der Versorgung.
Quelle: Landesgesundheitsagentur, 27.8.2026 · DHZ
