In den USA hat der konservative Bundesstaat Louisiana vorläufig durchgesetzt, dass Medikamenten zum Schwangerschaftsabbruch nicht mehr per Post versendet werden dürfen. Das Verfahren läuft noch. Foto: © alexkich/stock.adobe.com

In den USA hat ein Bundesberufungsgericht den postalischen Zugang zu Medikamenten für Schwangerschaftsabbrüche vorläufig stark eingeschränkt. Ein Richtergremium in New Orleans setzte eine Regelung der US-Arzneimittelbehörde FDA aus, die den Versand des Medikaments Mifepriston nach telemedizinischer Verschreibung erlaubt hatte. Damit darf das Mittel vorerst nur noch persönlich in Kliniken oder Arztpraxen ausgegeben werden.

Die Entscheidung betrifft einen zentralen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in den USA. 1973 hatte der Oberste Gerichtshof ein landesweites Recht auf Schwangerschaftsabbrüche etabliert. Es wurde aber 2022 gekippt, sodass Bundesstaaten eigene, teils sehr strenge Verbote erlassen konnten.

Der Bundesstaat Louisiana hatte gegen die Arzneimittelbehörde geklagt. Er argumentiert, dass die Möglichkeit, Medikamente zum Schwangerschaftsabbruch per Post zu beziehen, sein nahezu vollständiges Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen unterlaufe. US-Medienberichten zufolge folgte das Gericht dieser Argumentation zunächst. Die Einschränkung gilt damit sofort, das Verfahren in der Sache läuft noch weiter.

Wichtigster Weg für Schwangerschaftsabbrüche

Die betroffene FDA-Regel geht auf Lockerungen aus der Zeit der Corona-Pandemie zurück: 2021 hatte die Behörde die Pflicht zu einem persönlichen Arztbesuch aufgehoben, 2023 wurde diese Regelung dauerhaft bestätigt. Seither hat sich die telemedizinische Verschreibung mit anschließender Zustellung per Post zu einem der wichtigsten Wege für Schwangerschaftsabbrüche entwickelt.

Das Pharmaunternehmen Danco Laboratories, das unter anderem Mifepriston herstellt, beantragte unmittelbar nach dem Urteil, die Entscheidung für eine Woche auszusetzen, um Zeit für eine Anrufung des Obersten Gerichtshofs zu gewinnen. Andernfalls wolle das Unternehmen umgehend einen Eilantrag am Supreme Court stellen.

Befürworter:innen der bisherigen Regelung warnten laut US-Medien vor weitreichenden Folgen. Die Entscheidung werde den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen landesweit erschweren, insbesondere für Menschen in ländlichen Regionen oder mit geringem Einkommen.

Quelle: dpa, 2.5.2026