Die Europäische Union (EU) prüft eine Petition, die EU-weiten Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen für alle Frauen fordert. Illustration: © deagreez/stock.adobe.com

Die Europäische Union (EU) befasst sich aktuell mit einer Europäischen Bürgerinitiative, die einen unionsweiten Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen für alle Frauen fordert. Nach Angaben der EU-Kommission sind in den kommenden Wochen Gespräche mit den Initiatorinnen und Initiatoren vorgesehen.

Da die Initiative das Quorum von über einer Million Unterschriften erreicht hat, ist die Kommission verpflichtet, spätestens bis zum 2. März 2026 offiziell Stellung zu nehmen. Hintergrund ist, dass insbesondere in Polen und Malta Schwangerschaftsabbrüche durch nationale Gesetzgebung stark eingeschränkt sind.

Nach Schätzungen der Organisatorinnen betrifft dies mehr als 20 Millionen Frauen in den 27 Mitgliedstaaten, die keinen Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch haben. Aus diesem Grund initiierte ein Zusammenschluss mehrerer Frauenrechtsorganisationen im Vorjahr die Kampagne »Meine Stimme, meine Wahl«.

Die italienische Koordinatorin der Kampagne, Federica Vinci, betonte, dass Schwangerschaftsabbrüche in zahlreichen europäischen Staaten weder sicher noch wohnortnah verfügbar oder kostenfrei seien.

Die Petition fordert nicht die unmittelbare Harmonisierung der nationalen Gesetzgebung, sondern schlägt vor, einen EU-finanzierten Mechanismus einzurichten. Dieser soll liberaleren Mitgliedstaaten die Möglichkeit geben, Frauen aus Ländern mit restriktivem Zugang eine sichere und adäquate medizinische Versorgung anzubieten.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 3.9.2025 ∙ DHZ