Grönländerinnen, denen unfreiwillig Spiralen eingesetzt wurden, verklagen den dänischen Staat wegen der Verletzung ihrer Menschenrechte. Foto: © Yashkin Ilya/stock.adobe.com

Seit den 1960er-Jahren wurden etlichen grönländischen Frauen von dänischen Ärzten Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt – oft ohne deren Einverständnis. Jetzt hat sich die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im Namen des dänischen Staates bei den Grönländerinnen entschuldigt: »Wir können nicht ändern, was geschehen ist. Aber wir können Verantwortung übernehmen.«

Vor einigen Jahren wurde bekannt, dass dänische Ärzte vor allem in den 1960er und 1970er Jahren grönländischen Frauen und Mädchen ohne deren Einverständnis Spiralen eingesetzt haben. Dem dänischen Institut für Menschenrechte zufolge waren einige der Grönländerinnen erst zwölf Jahre alt. Es besteht der Verdacht, dass die dänischen Behörden damit das Bevölkerungswachstum in Grönland begrenzen wollten.

143 Grönländerinnen verklagen den dänischen Staat

Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist das Land in der Arktis weitgehend autonom, gehört aber offiziell weiterhin zum Königreich Dänemark. 2022 leiteten die dänische und die grönländische Regierung eine Untersuchung des Spiralen-Skandals ein. Anfang 2024 haben 143 Grönländerinnen, denen unfreiwillig Spiralen eingesetzt wurden, den dänischen Staat wegen der Verletzung ihrer Menschenrechte verklagt. Sie fordern jeweils eine Entschädigung in Höhe von 300.000 dänischen Kronen (etwa 40.000 Euro).

Quelle: dpa, 27.8.2025 · DHZ