Nicht jede Frau in Deutschland hat – trotz gesetzlichem Anspruch – die Möglichkeit, durch eine Hebamme prä- und postpartal betreut zu werden. Insbesondere marginalisierte Frauen ohne gemeinsame Sprache mit Akteur:innen des Gesundheitswesens, mit Fluchterfahrungen oder Migrationsgeschichte sind bedroht durch eine Mangelversorgung Schwangerschaftskomplikationen und Geburtstraumata zu erleiden. Es bedarf neuer Konzepte, um diese Frauen zu erreichen, zu informieren und an das deutsche Gesundheitssystem heranzuführen. Hier setzt das Projekt »Learningsnacks for Mothers« an.
In Deutschland haben 24,6 % der Frauen eine (familiäre) Migrationsgeschichte, wovon zwei Drittel selbst im Kindes- und Erwachsenenalter zugewandert sind (Robert-Koch-Institut, 2020). Die Gründe für eine Zuwanderung nach Deutschland sind vielfältig. Demnach werden Flucht und Asyl aus humanitären Gründen, Familienzusammenführung und Familiengründung oder arbeitsbezogene Motive als häufigste Beweggründe genannt (Robert Koch-Institut, 2020). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat 2023 veröffentlicht, dass die meisten Asylanträge von Menschen aus Syrien, Afghanistan, Türkei, Irak und Iran stammen – davon 28 % von weiblichen Bewerberinnen (Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge, 2023). Laut statistischem Bundesamt sprechen 5 % der in Privathaushalten lebenden Menschen kein Deutsch und in 10 % der Fälle vorwiegend mindestens eine andere Sprache (Statistisches Bundesamt, 2023).
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