Das Forschungsprojekt »Athletin-D« untersucht den Einfluss des Menstruationszyklus auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Athletinnen im Spitzensport. Foto: © iStock.com/ Chris Ryan

Ein vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) gefördertes Verbundprojekt untersucht geschlechtsspezifische Besonderheiten im Leistungssport. Im Zentrum von »Athletin-D« steht der Menstruationszyklus und dessen Zusammenhang mit Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Athletinnen im olympischen und paralympischen Spitzensport.

Gezielte Trainingssteuerung

Ziel des interdisziplinären Vorhabens ist es, das Zusammenspiel hormoneller, physischer und psychischer Faktoren systematisch zu untersuchen. Analysiert wird sowohl, wie der Menstruationszyklus die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit beeinflusst, als auch, wie intensive Trainingsbelastungen und damit verbundene Stress- und Ernährungsfaktoren auf die Zyklusgesundheit wirken. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in evidenzbasierte Ansätze für Trainingssteuerung, Monitoring sowie medizinisch-therapeutische Betreuung überführt werden.

Das auf vier Jahre angelegte Projekt wird mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind die Universitäten Bochum, Freiburg und Wuppertal sowie die Technische Universität München. Im interdisziplinären Team arbeiten Fachrichtungen aus Ernährungswissenschaft, Trainingswissenschaft, Sportmedizin und Sportpsychologie zusammen. Ein Teilprojekt an der Universität Freiburg untersucht insbesondere das Zusammenspiel von hormonellen Prozessen, Stress, Lebensstilfaktoren und psychischer Gesundheit im Trainingsalltag.

Mögliche Entwicklung eines Monitoring-Systems

Methodisch setzt das Projekt unter anderem auf das Ecological Momentary Assessment zur Erfassung von Verhalten, Emotionen und körperlichen Prozessen in Echtzeit sowie auf die Analyse biologischer Stressmarker. Perspektivisch ist die Entwicklung eines frei verfügbaren digitalen Monitoring-Systems vorgesehen, das zyklusbezogene Daten systematisch in Trainings- und Gesundheitsmanagement integriert und die interdisziplinäre Betreuung von Athletinnen unterstützt.

Quelle: Biermann Medizin, 5.6.2026 · DHZ