Aus dem Schreiverhalten der Kinder lassen sich auch entsprechende Beruhigungsmethoden für die Eltern ableiten, die diese sich oftmals dringend wünschen. Foto: © EvaHM/stock.adobe.com
Wie viel Schreien ist »normal« und wie entwickelt sich das Schreiverhalten von Neugeborenen im ersten Lebensjahr? Eine Forscher:innengruppe aus Dänemark wertete zur Beantwortung dieser Fragen Studien aus 17 Ländern aus.
Kinder kommunizieren im ersten Lebensjahr über Weinen und Schreien. Wie lange aber dauern Phasen des Schreiens durchschnittlich an? Für die Praxis handelt es sich dabei um eine sehr relevante Frage, weil sie Rückschlüsse darauf ermöglicht, das Schreiverhalten von Kindern als normal oder exzessiv einzustufen.
Bisheriger Forschungsstand
Häufig wurden bislang Ergebnisse einer Studie zugrunde gelegt, die im Jahr 1962 in den USA durchgeführt wurde (Brazelton, 1962): die Schreikurve des Neugeborenen. Diese zeigt eine zunehmende Schreidauer bis zum Alter von sechs Wochen mit einer durchschnittlichen täglichen Dauer des Schreiens von bis zu 2,75 Stunden auf. Nach dem Erreichen des Peaks nimmt die Schreidauer bis zum Alter von zwölf Lebenswochen wieder ab.
Kritik an dieser Schreikurve umfasst, dass sie das Schreiverhalten von Säuglingen vorhersehbar zu machen scheint, was in der Praxis jedoch ganz anders erlebt werden kann.
Zudem wurden lediglich Daten von 80 Müttern einer Klinik ausgewertet, eine zu geringe Fallzahl, um aussagekräftige Rückschlüsse ziehen zu können. Die Evaluation erfolgte nur bis zur zwölften Lebenswoche, wodurch keine Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf einer Schreikurve im ersten Lebensjahr möglich waren.
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