Deutscher Hebammenverband Foto: Ursula Jahn-Zöhrens

Ursula Jahn-Zöhrens: »Es wird Regionen geben, die ihren Versorgungsauftrag nicht mehr erfüllen können.«

Foto: privat

Am 2. April hat die Schiedsstelle den neuen Hebammenhilfe-Vertrag zwischen den Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband festgesetzt. Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) hatte sich in den Verhandlungen anders positioniert als der Deutsche Hebammenverband (DHV). Dessen Verhandlungsführerin sieht das Ergebnis als Beirätin für den freiberuflichen Bereich kritisch – besonders für Beleghebammen.

Katja Baumgarten: Wie kam es zu den unterschiedlichen Auffassungen der Hebammenverbände bei den Ver­handlungen zum Hebammenhilfe­vertrag?

Ursula Jahn-Zöhrens: Die Verbände hatten im ersten Halbjahr 2024 regelmäßig interne Verabredungen, wir haben die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband gemeinsam vor- und nachbereitet. Die Grundzüge der Forderungen waren zwischen dem BfHD und dem DHV abgestimmt. Dann stand der BfHD nicht mehr zuverlässig für Nachbesprechungen zur Verfügung und bevorzugte externe Expertise. Darüber gab es einen Dissens.

Worin sah der DHV das Problem?

Ein Dienstleister hat dem BfHD Zahlen zur Verfügung gestellt und Hochrechnungen angestellt. Das ist in Ordnung. Die Zahlen haben sich ja auch mit unseren Berechnungen gedeckt. Was nicht geht, ist einen einzigen Abrechnungsdienstleister als Experten am Verhandlungstisch einzubeziehen. Wir brauchen hier Neutralität und Unabhängigkeit. Das haben wir signalisiert und auch davor gewarnt. Trotzdem hat der BfHD daran festgehalten. Wir bewegen uns im Rahmen des Sozialgesetzbuches – da ist das einfach nicht möglich.

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