Eine Impfung gegen Sars-CoV-2 kann Schwangere laut aktueller Forschung vor einem schweren Verlauf von Covid-19 schützen und eine Frühgeburt verhindern. Foto: © candy1812/stock.adobe.com

Das »CANCOVID-Preg«-Netzwerk erhebt seit Beginn der Covid-19-Pandemie systematisch Daten zum Krankheitsverlauf bei Schwangeren. Frühere Auswertungen hatten bereits gezeigt, dass diese Patientinnengruppe ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe aufweist. Vor diesem Hintergrund wird Schwangeren nachdrücklich zu einer Covid-19-Impfung geraten, die auch im frühen Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden kann. In der aktuellen Analyse konnte die Arbeitsgruppe um Deborah Money von der University of British Columbia in Vancouver nun belegen, dass die protektive Wirkung der Impfung auch während der Omikron-Welle erhalten blieb.

Mildere Krankheitsverläufe

Während der Delta-Welle mussten 13,5 % der ungeimpften Schwangeren mit bestätigter Covid-19-Infektion stationär behandelt werden, verglichen mit 4,8 % der geimpften Patientinnen. Daraus ergab sich ein relatives Risiko von 0,38, entsprechend einer Risikoreduktion um 62 %. In der ersten Omikron-Welle waren Krankenhausaufnahmen insgesamt seltener: 5,3 % bei ungeimpften und 1,5 % bei geimpften Schwangeren. Das relative Risiko blieb jedoch mit 0,38 unverändert. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Impfung auch unter den Bedingungen der Omikron-Variante eine vergleichbare Schutzwirkung entfaltet, wenngleich bei geringerer Krankheitsinzidenz.

Noch ausgeprägter zeigte sich der Effekt im Hinblick auf intensivmedizinische Behandlungen. In der Delta-Welle wurden 2,6 % der ungeimpften, aber nur 0,3 % der geimpften Schwangeren mit Covid-19 auf eine Intensivstation aufgenommen, was einem relativen Risiko von 0,10 entspricht. In der ersten Omikron-Welle reduzierte die Impfung die Rate intensivpflichtiger Verläufe von 0,9 % auf 0,05 %; auch hier lag das relative Risiko erneut bei 0,10.

Sinkende Frühgeburtenrate nach Impfung

Zu den potenziellen Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft zählen Frühgeburten. Während der Delta-Welle traten diese bei 9,3 % der ungeimpften erkrankten Schwangeren auf, im Vergleich zu 7,5 % der geimpften Frauen (relatives Risiko 0,80). In der ersten Omikron-Welle sank die Frühgeburtenrate bei geimpften Schwangeren auf 7,2 %, während sie bei ungeimpften Patientinnen 11,3 % betrug, was einem relativen Risiko von 0,64 entspricht. Auffällig war zudem, dass der protektive Effekt hinsichtlich des Frühgeburtsrisikos ausgeprägter war, wenn die Impfung erst während der Schwangerschaft erfolgte. Als mögliche Erklärung werden höhere Antikörpertiter zu diesem Zeitpunkt diskutiert.

Quelle: McClymont, E., Blitz, S., Forward, L., Cole, S., Alton, G. D., Boucoiran, I., Cassell, K., Castillo, E., Crane, J., Kuret, V., LeBlanc Cormier, G., Murphy, P. A., Poliquin, V., Saunders, S., Scott, H., Shah, P., Snelgrove, J. W., Sprague, A. E., Yudin, M. H., & Money, D. (2025). The role of vaccination in maternal and perinatal outcomes associated with COVID-19 in pregnancy. JAMA, published online December 15, 2025. https://doi.org/10.1001/jama.2025.21001 ∙ Ärzteblatt.de, 17.12.2025 ∙ DHZ