Brustkrebs ist die bei weitem häufigste Krebsursache bei Frauen. Laut neuesten Daten des BMG könnte das Mammografiescreening die Entdeckungs- und Heilungsrate deutlich erhöhen. Foto: © Halfpoint/stock.adobe.com

Das Mammografiescreening in Deutschland trägt für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren deutlich zur Verringerung der Brustkrebssterblichkeit bei. Das ist das Ergebnis einer Auswertung im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) von Daten aus den Jahren 2009 bis 2018.

»Unter den Frauen, die an dem Screening teilnahmen, gingen die Brustkrebstodesfälle demnach zwischen 20 und 30  % zurück«, heißt es einer Kurzfassung des Berichts »Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm«. Methodische Gründe ließen eine genauere Angabe des Effektes nicht zu.

Seit Mitte 2024 schließt das Screeningprogramm auch Frauen zwischen 70 und 75 Jahren mit ein, diese sind im dem nun vorgelegten BfS-Bericht aber nicht berücksichtigt. Zudem empfahl das BfS im März vergangenen Jahres, das Screening auf Frauen ab 45 Jahre auszuweiten.

Noch ist aber die entsprechende Rechtsverordnung nicht angepasst. Nach der Anpassung würde dann der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheiden, ob die Früherkennungsuntersuchung bereits für Frauen ab 45 Jahren Kassenleistung wird.

Das Ergebnis des nun vorgelegten BfS-Berichts ist keine Überraschung. Internationale Studien hatten bereits erwarten lassen, dass »sich mit einem Mammografiescreeningprogramm für Frauen von 50 bis 69 Jahren etwa 25  % der Todesfälle vermeiden lassen«, so das BfS.

Brustkrebs ist die bei weitem häufigste Krebsursache bei Frauen. Etwa jede 8. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran, im Jahr 2022 sind laut Zentrum für Krebsregisterdaten rund 18.500 Frauen daran gestorben.

Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden und desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb werden in Deutschland Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre zum Mammografiescreening eingeladen.

Bedarf an aktueller Evidenz

Zwar sei die Einführung des Screenings in Deutschland zwischen 2005 und 2008 wissenschaftlich durch Wirksamkeitsnachweise aus internationalen randomisierten kontrollierten Studien begründet gewesen, heißt es in dem BfS-Bericht.

Allerdings seien diese Studien größtenteils mehrere Jahrzehnte alt. Zudem hätten sich die Behandlungsmöglichkeiten und die Mammografietechnik verbessert, sodass die alten Studienergebnisse auf die jetzige Situation in Deutschland nur schwer zu übertragen sei.

Diese Lücke soll der nun vorgelegte Bericht schließen. Die Studie kostete den Angaben zufolge rund 10 Millionen Euro, die das Bundesumweltministerium, das Bundesgesundheitsministerium sowie die Kooperationsgemeinschaft Mammographie übernommen haben.

In die Studie flossen zum einen bundesweite Abrechnungsdaten mehrere Krankenkassen ein. Zum anderen wurden alle Frauen aus Nordrhein-Westfalen berücksichtigt, die zwischen 2009 und 2018 Anspruch auf eine Mammografie hatten.

Informationen des BMG zum Mammografiescreening:  www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/m/mammographie-screening.html

Quelle: dpa, 9.7.2025 ∙ Deutsches Ärzteblatt, 9.7.2025 ∙ DHZ