Der empfindliche Darm von Frühgeborenen verträgt nur Mutter­milch. Ein besonderer Wirkstoff darin ist die Disialyllacto-N-Tetraose (DSLNT). Frühgeborene sollten möglichst viel davon bekommen, denn dieser Mehrfachzucker reduziert signifikant die Entwicklung von Nekrotisierender Enterokolitis (NEC) und die damit verbundene Mortalität. Auch 2´-Fucosyllactose (2´-FL) bietet einigen Schutz. Illustration: © Birgit Heimbach

Ein Mehrfachzucker in der Muttermilch schützt am besten gegen Nekrotisierende Enterokolitis (NEC), die vor allem sehr kleine Frühgeborene betrifft: Disialyllacto-N-Tetraose (DSLNT). Über das Zusammenspiel zwischen mikrobiellen Signalen, dem unreifen Immunsystem, intestinaler Ischämie und systemischer Entzündung bei der Pathogenese der Magen-Darm-Erkrankung gibt es neue Erkenntnisse.

Die AWMF-Leitlinie »Nekrotisierende Enterokolitis«, die demnächst überarbeitet werden soll, schreibt über diese Erkrankung, die vor allem Frühgeborene treffen kann: »Das Risiko ist Unreife in Kombination mit Formulanahrung.« (AWMF 2017) Frauenmilch sei das entscheidend Präventive. Möglicherweise aufgrund einiger darin enthaltener antimikrobieller Faktoren: Lactoferrin, von dem besonders viel im Kolostrum ist, sowie Lactoperoxidase und Lysoseme. Ob orale Gaben von Lactoferrin mit oder ohne Probiotika sinnvoll sind, könne man derzeit noch nicht sagen, man warte noch die Ergebnisse von aktuell laufenden Studien ab, so Prof. Dr. med. Orsolya Genzel-Boroviczény, Klinikum der Universität München, Perinatalzentrum Innenstadt, Neonatologie, die die Leitlinie federführend leitet.

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