Die Möglichkeit zur Selbstbestimmung während der Geburt hängt weniger von der Frau oder dem Paar ab, sondern von der persönlichen Einstellung der Betreuenden. Foto: © simmer2208/stock.adobe.com

Dass die Selbstbestimmung der Frau unter der Geburt Grundlage jeder Betreuung sein sollte, scheint selbstverständlich. Und doch geschieht es vielen werdenden Müttern ganz anders. Die Care-Ethik geht diesen Konflikt systematisch an und entwirft Modelle für die Praxis. Aus diesem Konzept entstehen klare Handlungsspielräume für eine respektvolle Geburtshilfe.

Aktuelle Artikel und Diskussionen zeigen den Konflikt zwischen dem Wunsch nach einer selbstbestimmten Geburt als Grundrecht und den Strukturen in der Klinik (Jung, 2017). Die Hebamme Tara Franke schreibt dazu: »Selbstbestimmung während der Geburt ist rechtlich verbrieft, aber faktisch kaum möglich. Der Grad der Möglichkeit hängt davon ab, wie viel Entscheidungsmacht die Betreuenden bereit sind abzugeben.« (Franke, 2021, S. 13) In Deutschland resultiert aus einer nicht-repräsentativen Umfrage, dass sich 60 % der Frauen unter der Geburt zu einer Intervention gezwungen fühlen (Limmer et al., 2021). Laut einer Querschnittsstudie aus der Schweiz erfährt jede vierte Frau unter der Geburt informellen Zwang (Oelhafen et al., 2021).

Jetzt weiterlesen mit DHZ+

dhz-badge 1,- Euro für 4 Wochen

  • freier Zugriff auf alle DHZ+-Artikel auf staudeverlag.de/dhz
  • inkl. aller ePaper-Ausgaben der DHZ und der Elterninfos
  • Zugriff auf das DHZ-Archiv auf dhz.de
  • jederzeit kündbar