Damit die Energie der kristallinen Laktose vom Säugling verwertet werden kann, wird sie im Dünndarm vom Enzym Laktase in D-Glukose und D-Galaktose zerlegt. Das Enzym wird nach einem Code des Laktase-Gens (LCT) gebaut, das auf dem Chromosomen 2 sitzt. Ursprünglich war es so programmiert, dass die Laktase-Produktion im Kindesalter aufhört. Vor rund 8000 Jahren gab es aber eine Mutation an der Position – 13910 vor dem LCT, bei der eine Cytosin-Base durch eine Tyrosin-Base ersetzt wurde. Das bedeutete längere Laktoseverträglichkeit, ein genetischer Vorteil. Die Laktase-Persistenz (LP) verbreitete sich durch rezessive Vererbung. Die Stärke der Verträglichkeit ist abhängig von der Genvarianten (Allel) von Vater und Mutter. In Deutschland verfügen die meisten über diese Persistenz bis ins Erwachsenenalter. Illustration: © Birgit Heimbach
Laktose ist ein integraler Bestandteil der Muttermilch. Um sie zu spalten und zu verwerten, benötigt der Körper das Enzym Laktase. Dass Menschen in einigen Teilen der Erde auch im Erwachsenenalter problemlos Milchprodukte zu sich nehmen können, verdanken sie der langen Geschichte der Milchwirtschaft, die sich über Jahrhunderte durchsetzte und half, die Genetik der Menschen zu beeinflussen.
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