Viele Frauen bevorzugen den medikamentösen Abbruch: ein etabliertes und sicheres Verfahren ohne operativen Eingriff. Foto: © New Africa/stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland erstmals mehr Schwangerschaftsabbrüche mit dem Mittel Mifegyne als mit der Absaugmethode durchgeführt worden. In 45 % der Fälle wurde das Medikament eingesetzt, in 43% die sogenannte Vakuumaspiration, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant. Rund 86 % fanden in Arztpraxen beziehungsweise OP-Zentren statt und 12 % ambulant im Krankenhaus.

Leichter Rückgang bei Abbrüchen

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist 2025 leicht um 0,7 % gesunken, insgesamt wurden 106.000 gemeldet.

Zum Hintergrund des häufigeren Schwangerschaftsabbruchs per Medikament erklärte der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte, dass der medikamentöse Abbruch gerade in einem frühen Zeitfenster ein etabliertes und sicheres Verfahren sei. Hinzu komme, dass viele Frauen ein Verfahren ohne operativen Eingriff bevorzugten, sofern dies medizinisch möglich ist.

Rund sieben von zehn Frauen, die 2025 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. 20 % waren zwischen 35 und 39 Jahre alt. 9 % der Frauen waren 40 Jahre und älter. Nur 3 % waren jünger als 18 Jahre. 44 % hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.

Meist in den ersten acht Wochen

96 % der im Jahr 2025 gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der sogenannten Beratungsregelung vorgenommen. Indikationen aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch.

80 % der Abbrüche erfolgten innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen. Nur 3 % wurden nach der zwölften Schwangerschaftswoche oder später vorgenommen.

Demografischer Wandel

Während sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert hat, zeigen sich im Zehnjahresvergleich deutlichere Veränderungen: So wurden damals mit 99.200 Fällen insgesamt 6.800 Fälle weniger als 2025 gemeldet.

Bei den Altersgruppen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung: Rückläufig war die Häufigkeit in den Altersgruppen 15 bis 17 Jahre (minus 6,1 %) und 20 bis 24 Jahre (minus 4,4 %). Deutlich gestiegen sind dagegen die Abbrüche in den Altersgruppen 30 bis 34 Jahre (plus 8,5 %), 35 bis 39 Jahre (plus 27,5 %) und 40 bis 44 Jahre (plus 24,1 %).

Teilweise sei dies auf den demografischen Wandel zurückzuführen: Es gibt anteilig mehr Ältere und weniger Jüngere.

Quelle: dpa, 28.4.2026 · DHZ