Nach den jüngsten Umstrukturierungen in Potsdam rechnen die beiden großen Krankenhäuser der Stadt mit weiteren Herausforderungen durch Krankenhausreform und wirtschaftlichen Druck. Konkrete zusätzliche Schließungen seien derzeit zwar nicht geplant, die Entwicklung werde jedoch fortlaufend überprüft.
Im Zuge einer stärkeren Spezialisierung übernimmt das Klinikum Ernst von Bergmann künftig die Bereiche Frauenheilkunde und Geburtshilfe des St. Josefs‑Krankenhauses. Das St. Josefs‑Krankenhaus gibt zudem die Neurologie ab, während das Klinikum Ernst von Bergmann seine Orthopädie und Gefäßchirurgie an andere Einrichtungen überträgt.
Die geburtshilfliche Versorgung am St. Josefs‑Krankenhaus war bereits im Juli aufgrund von Personalmangel eingestellt worden. Nach Angaben des Trägers sind rund 50 Beschäftigte von den Veränderungen betroffen, darunter Hebammen sowie Ärzt:innen. Das Klinikum Ernst von Bergmann sieht nach eigenen Angaben keine Kapazitätsprobleme bei der Übernahme zusätzlicher Geburten.
Offen zeigt sich das Klinikum zudem für die Einrichtung einer Babyklappe, nachdem das entsprechende Angebot am St. Josefs‑Krankenhaus geschlossen wurde. Gleichzeitig verweist die Landeskrankenhausgesellschaft auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf die Krankenhäuser in Brandenburg. Weitere Strukturveränderungen in der regionalen Krankenhauslandschaft gelten als möglich.
Quelle: dpa, 31.7.2026 · DHZ
