Ein Zuschuss des Landkreises ermöglicht den vorübergehenden Weiterbetrieb der Geburtsstation in Kamenz bis zum Jahresende. Foto: © St. Johannes Krankenhaus / Stephanie Hänsch
Kurz vor der geplanten Schließung der Geburtshilfe am St.-Johannes-Krankenhaus Kamenz wurde ein Aufschub vereinbart: Schwangere können noch bis zum 31. Dezember 2026 in Kamenz gebären. Danach soll der Kreißsaal endgültig schließen.
Der Landkreis stellt hierfür 500.000 Euro bereit, womit das Defizit des Weiterbetriebs bis Jahresende gedeckt werden soll. Laut Geschäftsführung lasse sich die Versorgung so für rund sieben Monate sichern. Auch die gynäkologische Versorgung werde zunächst fortgeführt. Entscheidender Faktor bleibe jedoch die stabile Besetzung der Bereitschaftsdienste, die für die Sicherheit von Müttern und Neugeborenen essenziell sei.
In den vergangenen Wochen hatten sich Lokalpolitiker:innen und weitere Akteur:innen für eine Übergangslösung eingesetzt. Der Aufschub ermögliche es Schwangeren, ihre bereits geplante Geburt weiterhin in Kamenz wahrzunehmen.
Langfristig sei der Weiterbetrieb der Geburtshilfe ökonomisch nicht tragfähig, da das monatliche Defizit die Zukunft des Standorts gefährde. Eine dauerhafte Finanzierung durch den Landkreis gelte als unrealistisch. Die gewonnene Zeit solle genutzt werden, um alternative Versorgungsstrukturen für die Geburtshilfe in der Region zu prüfen, auch wenn die Versorgung derzeit durch umliegende Kliniken gewährleistet ist.
Quelle: St. Johannes Krankenhaus Kamenz, 1.6.2026 · DHZ

