Am 6.7.2026 wurde bekannt, dass die Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam im Rahmen der Krankenhausreform ab August schließen wird. Die Versorgung von Schwangeren und Gebärenden soll künftig das Klinikum Ernst von Bergmann übernehmen.
Nach Angaben des Regionalgeschäftsführers der Alexianer, Alexander Mommert, machen die neuen gesetzlichen Anforderungen eine stärkere Konzentration medizinischer Leistungen erforderlich, um die vorgegebenen Qualitätskriterien dauerhaft erfüllen zu können.
Von der Umstrukturierung sind rund 50 Beschäftigte betroffen. Für Ärzt:innen und Hebammen, die zwei drittel der Betroffenen ausmachen, gibt es derzeit keine Perspektive auf eine Weiterbeschäftigung. Für Pflege- und Funktionspersonal werden Einsatzmöglichkeiten in Partnerkliniken geprüft.
Die angekündigte Schließung stößt auf deutliche Kritik. Eine Online-Petition zur Rettung des Angebots zählt inzwischen über 16.000 Unterstützende.
Babyklappe fällt ebenfalls weg
Mit der Schließung der Geburtshilfe wird auch die einzige Babyklappe Brandenburgs außer Betrieb genommen.
Das Brandenburger Gesundheitsministerium hält den Wegfall für vertretbar. Nach Angaben der Behörde wurde die Babyklappe in den vergangenen fünf Jahren nicht genutzt. Als Alternativen verweist das Ministerium auf die Möglichkeit anonymer Geburten am Klinikum Ernst von Bergmann sowie auf den Einsatz von Babylotsinnen ab September 2026.
Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel spricht sich dagegen für die Notwendigkeit eine Verlagerung der Babyklappe an das Klinikum Ernst von Bergmann aus. Nach ihren Angaben gibt es dazu bereits erste Gespräche.
Frühe Schließung
Am 10. Juli teilte das Krankenhaus auf seiner Website mit, dass eine sichere Versorgung in der Gynäkologie und Geburtshilfe nicht länger gewährleistet werden könne, weshalb die Leistungen beider Bereiche vorzeitig eingestellt wurden.
Die vorgezogene Schließung hat in Potsdam zusätzliche Proteste ausgelöst. Zu dem Protest rief ein Bündnis aus Parteien und Organisationen auf, darunter die Grünen, die Linke, die Gewerkschaft Verdi sowie Verbände von Psychotherapeut:innen.
Quelle: dpa, 7.7.2026; dpa, 9.7.2026; dpa, 16.7.2026 · DHZ
