In England sollen mittels Selbsttest von Hausärzt:innen oder per Post mehr Frauen zum Zervixkarzinom-Screening animiert werden. Foto: © Ahmet Aglamaz/stock.adobe.com/ KI-generiert
Da immer weniger Frauen in England am Zervixkarzinom-Screening teilnehmen, hat die britische Regierung kürzlich reagiert: Frauen, die ihre Vorsorgeuntersuchung versäumt haben, sollen per Post einen Selbsttest erhalten. Eine aktuelle randomisierte Studie in EClinicalMedicine zeigt jedoch: Die Akzeptanz wäre deutlich höher, wenn Hausärzt:innen den Test direkt überreichen würden.
Die Teilnahmequote am Screening liegt aktuell nur noch bei 68,8 % – angestrebt werden mindestens 80 %. Um die Lücke zu schließen, soll der Selbsttest künftig standardmäßig all jenen Frauen angeboten werden, die keinen Vorsorgetermin wahrgenommen haben. Bei Zustimmung wird der Test per Post zugesendet.
Deutlich wirksamer wäre es laut Studie allerdings, wenn Hausärzt:innen den Test im persönlichen Gespräch empfehlen und direkt aushändigen würden. Hintergrund: Etwa 60 % der Frauen, die ihre Vorsorge versäumen, suchen im Folgejahr aus anderen Gründen ihre Hausarztpraxis auf. Dort kann anhand der elektronischen Patientenakte erkannt werden, ob ein Screening überfällig ist – und der Selbsttest gleich mitgegeben werden.
Persönliches Gespräch besser als schriftliche Einladung
In der Studie wurde dies konkret untersucht: 449 Frauen wurde in der Praxis ein Selbsttest angeboten – 74,2 % (333 Frauen) nahmen das Angebot an, und 52,1 % (234 Frauen) reichten den Test auch wieder zur Auswertung ein. Zum Vergleich: In einer anderen Gruppe, die den Test unaufgefordert per Post bekam, lag die Rücklaufquote nur bei 12 %. Nur 5 % nahmen teil, wenn lediglich ein Einladungsschreiben verschickt wurde mit der Bitte, den Test selbst anzufordern.
Laut Peter Sasieni von der Queen Mary University London eignen sich postalische Angebote vor allem für jene Frauen, die keinen Arztkontakt haben. Die direkte Zusendung des Tests sei dabei effektiver als nur eine Einladung – allerdings warnen die Forschenden, dass dies zu mehr ungenutzten Tests und damit zu größerem Abfall führen könne.
Quelle: Lim, A.W.W., Landy, R., Rigney, J., North, B., Sasieni, P.D. (2025). Impact of mode of offer of self-sampling to people overdue cervical screening on screening participation: a randomised controlled trial. eClinicalMedicine Volume 0, Issue 0, 103357. DOI: 10.1016/j.eclinm.2025.103357 · Deutsches Ärzteblatt, 6.8.25 · DHZ
