Der altersbedingte Rückgang der Fruchtbarkeit geht nicht allein auf eine nachlassende Eizellqualität zurück, sondern auch auf die Alterung von Gebärmutter und Endometrium. Foto: © Elena/stock.adobe.com

Eine neue Studie legt nahe, dass ein höheres Alter der Gebärmutter zu schlechteren Schwangerschaftsergebnissen nach einer Eizellspende beitragen könnte: Sie ermittelte bei Frauen ab 49 Jahren trotz Eizellspende niedrigere Lebendgeburtenraten und ein höheres Fehlgeburtsrisiko. Während der altersbedingte Rückgang der Fruchtbarkeit bisher vor allem auf eine nachlassende Eizellqualität zurückgeführt wurde, deuten zunehmende Belege darauf hin, dass auch die Alterung von Gebärmutter und Endometrium Auswirkungen haben kann. Bislang gab es jedoch nur begrenzte klinische Daten dazu.

Studiendesign

Nun analysierten Forschende der IVIRMA Global Research Alliance am IVI Roma in Italien 2.760 Einzeltransfers von Blastozysten bei 1.774 Frauen, die sich zwischen März 2021 und Dezember 2024 einer Behandlung mit Eizellspende unterzogen. Dieses Vorgehen ermöglichte es, uterine Faktoren zu untersuchen und dabei die Auswirkungen der Eizellalterung weitgehend zu kontrollieren.

Die Schwangerschaftsergebnisse wurden in vier Altersgruppen der Empfängerinnen verglichen: 35–40, 41–45, 46–49 und ≥49 Jahre. Dabei wurden Lebendgeburtenraten, Fehlgeburtenraten und Eigenschaften des Endometriums unter Berücksichtigung embryonaler, mütterlicher und väterlicher Faktoren bewertet.

Ergebnisse

Die Analyse identifizierte das Alter von 49 Jahren als klinisch bedeutsamen Schwellenwert, ab dem sich die reproduktiven Ergebnisse trotz der Verwendung von Spendereizellen verschlechterten. Die Rate klinischer Schwangerschaften sank von 54 % bei Frauen im Alter von 35–40 Jahren auf 43 % bei Frauen ab 49 Jahren, während die Lebendgeburtenrate von 46 % auf 32 % zurückging. Die Fehlgeburtenrate stieg von 24 % auf 38 %.

Im Vergleich zu Frauen im Alter von 35–40 Jahren hatten Frauen ab 49 Jahren eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit für eine Lebendgeburt und ein mehr als doppelt so hohes Risiko für eine Fehlgeburt. Auch die kumulativen Lebendgeburtenraten sanken mit zunehmendem Alter erheblich: von 80 % bei Frauen im Alter von 35-40 Jahren auf 63 % bei Frauen ab 49 Jahren, bei denen alle verfügbaren Embryonen transferiert wurden.

Die Studie ergab zudem altersbedingte Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut. Während die Dicke der Schleimhaut über die verschiedenen Altersgruppen hinweg vergleichbar blieb, nahm der Anteil der Frauen mit einem dreischichtigen (trilaminären) Endometriummuster – einem Merkmal, das typischerweise mit einer für die Embryonenimplantation empfänglichen Gebärmutter assoziiert wird – signifikant ab: von 95 % bei den 35- bis 40-Jährigen auf 81 % bei den Frauen ab 49 Jahren.

Bewertung

Die Hauptautorin Dr. Beatrice Crestani erklärt: »Über viele Jahre hinweg wurde die reproduktive Alterung vorwiegend als ein Problem der Eierstöcke betrachtet; man ging davon aus, dass sich die ›biologische Uhr‹ der Fortpflanzung quasi zurückstellen lässt, wenn man ältere Eizellen durch Spendereizellen ersetzt. Unsere Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Zusammenhänge komplexer sind.«

Für die Zukunft hoffen die Forschenden, die biologischen Mechanismen der Gebärmutteralterung besser zu verstehen – einschließlich der möglichen Rolle vaskulärer, immunologischer, hormoneller und molekularer Veränderungen. Künftige Studien sollten sich darauf konzentrieren, Biomarker für das »biologische Alter der Gebärmutter« zu identifizieren sowie Wege zu erforschen, wie sich altersbedingte Einbußen der Gebärmutterfunktion vorhersagen, verhindern oder womöglich verbessern lassen.

Quelle: Belal, R. E., Majzoub Karamalla, S. B., Kheiry, S., Mohamed Mostafa Gamea, R. E., Saeed Alatam, S. S., & Elagab, E. A. (2026). Impact of Euploid Embryo Transfer and Maternal Age on Implantation Outcomes in In Vitro Fertilization-Embryo Transfer (IVF-ET): A Systematic Review. Cureus18(5), e109784. https://doi.org/10.7759/cureus.109784 · Biermann Medizin, 10.7.2026 · DHZ