Ultraschall ist nicht nur strahlenfrei, kosteneffizient und überall verfügbar, sondern auch das umweltfreundlichste bildgebende Verfahren. Foto: © Alexander Raths/stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) empfiehlt, ökologische Kriterien künftig stärker in medizinische Leitlinien und bei der Wahl bildgebender Verfahren einzubeziehen. Ultraschall sei nicht nur strahlenfrei, kosteneffizient und überall verfügbar, sondern auch das umweltfreundlichste bildgebende Verfahren.

Bildgebende Verfahren im Vergleich

Die Umweltbilanz bildgebender Verfahren variiert deutlich: Eine Magnetresonanztomografie (MRT) geht Schätzungen zufolge mit einem Gesamtausstoß von bis zu 20 kg  CO₂ pro Untersuchung einher. Bei der Computertomografie (CT) liegt dieser Wert bei rund 6,6 kg CO₂. Eine Ultraschalluntersuchung hingegen kommt mit etwa 0,5 bis 0,65 kg  CO₂ aus. Dies zeigen aktuelle Daten, die im Editorial der Fachzeitschrift Ultraschall in der Medizin präsentiert werden.

„Ultraschall ist ein echtes ‚Green Imaging‘-Verfahren, das wertvolle klinische Informationen in Echtzeit liefert, aber nur einen Bruchteil der Energie von CT oder MRT benötigt“, bilanziert Professor Dr. med. Thomas Karlas, Leiter der DEGUM-Sektion Innere Medizin. „Damit ist die Sonografie nicht nur ein schonendes Verfahren für Patientinnen und Patienten, sondern auch ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz im Gesundheitswesen.“

Signifikant geringerer CO₂-Fußabdruck

Auch in der Geräteproduktion, Wartung und Entsorgung schneide der Ultraschall besser ab als andere bildgebende Verfahren. Die Methode benötige weder Edelgase noch Hochenergie-Kühlsysteme und komme ohne Jod- oder Gadolinium-haltige Kontrastmittel aus. „Der ökologische Vorteil des Ultraschallgerätes zeigt sich über dessen gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung über die Anwendung bis hin zur Entsorgung“, erklärt Karlas. „In Zeiten, in denen das Gesundheitswesen rund 4,4 % der globalen CO₂-Emissionen verursacht, ist der breite Einsatz der Ultraschalltechnologie eine enorme Chance.“

Klimaschutz und Versorgungsqualität

Zudem seien Ultraschallgeräte mobil und nahezu überall einsetzbar, sodass Patiententransporte reduziert und Wartezeiten verkürzt werden könnten. Besonders in Notaufnahmen und der hausärztlichen Versorgung trage die Sonografie zu einer ressourcenschonenden, patientennahen Diagnostik bei.

Die DEGUM fordert deshalb, ökologische Kriterien künftig stärker in medizinische Leitlinien und Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Auch in der Ausbildung und Weiterbildung will die Fachgesellschaft das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken.

Quelle: DEGUM Aktuell, 11.12.2025 · DHZ