An der Charité-Universitätsmedizin droht eine deutliche Reduzierung der Studienplätze, wenn der Berliner Senat die Zuschüsse wie geplant kürzt. Besonders betroffen wären die Fächer Hebammenwissenschaft und Zahnmedizin, wie ein Sprecher mitteilte. Nach aktuellen Berechnungen müsste die Charité bei den Angewandte Hebammenwissenschaft 50 % der Studienplätze streichen, bei der Zahnmedizin 25 %, in den Gesundheitswissenschaften 19 % und in der Humanmedizin 10 %.
Im Wintersemester 2024/25 sind derzeit insgesamt 688 Studienanfängerplätze vorgesehen, im Sommersemester 2025 sind es 370 – ausschließlich in Medizin und Zahnmedizin. Ein Teil der Studiengänge beginnt jeweils nur zum Wintersemester.
Die Hochschulen und der Senat verhandeln seit Monaten über die Finanzierung in den kommenden Jahren. Die für 2024 bis 2028 geltenden Hochschulverträge waren zunächst Anfang 2024 unterzeichnet worden. Angesichts des Spardrucks hatte das Abgeordnetenhaus Ende 2024 aber beschlossen, die zugesagten Mittel nicht mehr bereitzustellen. Die Hochschulverträge regeln die finanziellen Zuweisungen des Landes und sollen Planungssicherheit schaffen.
Nun haben sich Berliner Hochschulen und der Senat nach Angaben der Landeskonferenz der Berliner Hochschulen auf einen Entwurf geeinigt. Es seien »wesentliche Fortschritte« auf dem Weg zu einer etwaigen Anpassung der Hochschulverträge erzielt worden, teilte Julia von Blumenthal mit, Vorsitzende der Landeskonferenz der Rektor:innen und Präsident:innen der Berliner Hochschulen (LKRP) und Präsidentin der Humboldt-Universität.
Die Senatsverwaltung für Wissenschaft verwies auf dpa-Anfrage darauf, dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien. Senatorin Ina Czyborra (SPD) werde sich zu laufenden Verhandlungen nicht äußern. Die Einbringung der Änderungsvereinbarung in den Senat sei für August geplant.
Quelle: dpa, 15.7.2025 · DHZ
