Die Impfquoten bei Kindern liegen in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf einem hohen Niveau, weisen jedoch Lücken auf. Foto: © Nina Lawrenson/peopleimages.com/stock.adobe.com

Laut aktuellen Erhebungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) erreichen die Impfquoten bei Kindern in Deutschland insgesamt ein hohes Niveau. Dennoch zeigen sich in allen Altersstufen weiterhin relevante Impflücken, wie das Institut in Berlin mitteilte.

Insbesondere fällt auf, dass die Grundimmunisierung häufig später als empfohlen erfolgt oder nicht vollständig abgeschlossen wird – dies betrifft unter anderem den Masernschutz. Teilweise werden fehlende Impfungen erst bis zur Einschulung nachgeholt.

So hatte mehr als ein Fünftel der Kinder zum zweiten Geburtstag noch keine zweite Masernimpfung erhalten. Im Alter von sechs Jahren verfügten schließlich 92 % der Kinder über einen vollständigen Masernimpfschutz.

Bei den kombinierten Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis lag der Anteil der Kinder mit begonnener Grundimmunisierung im Jahr 2024 im Alter von 15 Monaten bei 96 %, die zweite Dosis erreichten 93 %.

Unvollständige Immunisierung

Allerdings beenden viele Kinder die Grundimmunisierung nicht innerhalb des empfohlenen Zeitrahmens: Mit 24 Monaten waren nur etwa drei Viertel vollständig geimpft. Auch Auffrischimpfungen im Jugendalter werden häufig nicht wahrgenommen.

Die Impfraten gegen Humane Papillomviren (HPV) zeigen ebenfalls stagnierende oder nur geringe Fortschritte: Bei 15-jährigen Mädchen lag die Quote 2024 weiterhin bei 55 %, bei gleichaltrigen Jungen stieg sie nur marginal auf 36 %.

Auch unter Erwachsenen, Personen mit chronischen Erkrankungen und Schwangeren liegen zahlreiche Impfquoten weiterhin deutlich unter 50 %. Bei den über 60-Jährigen sank die COVID-19-Impfquote gegenüber der Vorsaison um mehr als ein Drittel; die Influenza-Impfung erreichte den niedrigsten Stand seit 17 Jahren.

RSV-bedingte Krankenhausaufenthalte halbiert

Als »Erfolgsgeschichte« bezeichnete das RKI hingegen die Einführung der RSV-Prophylaxe zum Schutz vor schweren respiratorischen Infektionen im Säuglingsalter.

Rund die Hälfte der im Sommer 2024 geborenen Kinder sowie ein bislang nicht genau bezifferbarer Anteil der im Herbst und Winter geborenen Säuglinge erhielt den Schutz vor dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV). In der Wintersaison 2024/25 halbierte sich daraufhin die Zahl der RSV-bedingten Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 11.12.2025 ∙ DHZ