Angst, praktische Hürden, Missverständnisse oder andere Gründe: Warum verpassen so viele Frauen in Berlin und Brandenburg das Brustkrebsscreening? Foto: © Framestock/stock.adobe.com

In Berlin und Brandenburg nutzt nur rund die Hälfte der eingeladenen Frauen das Mammographie-Screening – deutlich unter der WHO-Empfehlung von 70 %, betont Katja Siegmann-Luz vom Referenzzentrum Mammographie Berlin. Zwar gilt das deutsche Programm als eines der bestqualifizierten Europas, doch die Teilnahmequote bleibt niedrig. Immerhin steigen die Raten seit drei Jahren wieder leicht: in Berlin von etwa 46 % (2022) auf 50 % (2024), in Brandenburg von rund 52 auf 55 %.

Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig. Einige Frauen weichen auf Alternativen wie Ultraschall, Tastuntersuchung oder kurative Mammographie aus – und gelten damit statistisch als Nicht-Teilnehmerinnen. Andere fürchten Schmerzen oder Strahlenbelastung, halten ihre Brust für »zu klein« oder »zu dicht«, oder stoßen auf praktische Hürden wie ungünstige Termine und Missverständnisse rund um die Einladung.

Siegmann-Luz betont die Qualitätssicherung des Programms: doppelte Befundung, zertifizierte Strukturen, regelmäßige Kontrolle. Andere Angebote seien weder systematisch noch vergleichbar überprüft.

Studien zeigen zudem einen klaren Nutzen: Bei Teilnehmerinnen sank die Brustkrebssterblichkeit über zehn Jahre um 20 bis 30 %. Frauen zwischen 50 und 75 Jahren können alle zwei Jahre eine Mammographie zur Früherkennung wahrnehmen. Angesichts von rund 75.000 Neuerkrankungen und 18.500 Todesfällen jährlich bleibt das Screening ein zentraler Baustein der Brustkrebsfrüherkennung.

Quelle: dpa, 6.12.2025 ∙ dhz