Wenn der Nabelschnurrest nicht komplikationslos abfällt, kann sich durch überschießendes Granulationsgewebe eine rötliche, nässende Schwellung bilden. Foto: © Ricardo/stock.adobe.com

Bei den meisten Neugeborenen fällt der Nabelschnurrest nach fünf bis 15 Tagen komplikationslos ab, indem sich der muskuläre Nabelring schließt. Kommt es jedoch zu einer unvollständigen Epithelialisierung, kann sich überschießendes Granulationsgewebe bilden: ein Nabelgranulom. Typisch ist eine kleine rötliche, nässende Schwellung an der Basis des Nabels, die eine vollständige Abheilung behindern und eine anhaltende Sekretion bewirken kann. Unbehandelt kann sich das Nabelgranulom infizieren und in schwerwiegenden Fällen zu einer Omphalitis oder nekrotisierenden Faszitis führen.

Zur Therapie des Nabelgranuloms wird häufig lokal Sibernitrat aufgetragen, wodurch jedoch auch gesundes angrenzendes Gewebe verätzt werden kann. Daneben kommen auch Kupfersulfat oder invasive Verfahren zum Einsatz, beispielsweise die elektrochirurgische Verödung, Kryotherapie oder chirurgische Exzision des Granuloms. Als alternative Methode wird die lokale Anwendung von Kochsalz beschrieben, vor allem in ressourcenarmen Ländern. Dabei wird das Nabelgranulom mit Kochsalz bestreut und anschließend die Ausheilung abgewartet. Zu diesem Therapieansatz wurde in Indien ein Scoping-Review durchgeführt.

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