Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat eine Initiative gestartet, um einen gesetzlichen Mutterschutz für Selbstständige durchzusetzen: »FAIRsorgt – NRW-Initiative für fairen Mutterschutz«. Denn dass der gesetzliche Mutterschutz nur für Angestellte gilt, sei nicht mehr zeitgemäß. Rund 27.000 selbstständig Frauen in Deutschland gerieten jedes Jahr in finanzielle Nöte, nur weil sie schwanger werden.
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen): »Schwangerschaft darf kein Berufsrisiko sein – Punkt. Selbständige Mütter halten jeden Tag Betriebe am Laufen, sichern Arbeitsplätze, tragen Verantwortung. Und dann werden sie schwanger und fallen durchs Netz. Das ist nicht gerecht und es ist vor allem ökonomischer Unsinn.«
Aktuelle Machbarkeitsstudie
Aufgrund einer neuen Machbarkeitsstudie liege nun ein Vorschlag auf dem Tisch, der sofort umgesetzt werden könne. Die Studie wurde vom NRW-Wirtschaftsministerium gefördert und vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) in Kooperation mit dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn durchgeführt.
Die Kernpunkte des Modells:
- Basis-Mutterschaftsausgleich: Pauschalbetrag von 5.000 Euro als Einmalzahlung zur Abdeckung laufender Kosten sowie von Verdienstausfällen.
- Einkommensbasierte Aufstockung auf 100 % des vorherigen Nettoeinkommens zur vollständigen Absicherung des bisherigen Einkommens (optional bei Vorlage entsprechender Nachweise).
- Finanzielle Unterstützung für die Anstellung von Ersatzarbeitskräften als betriebliche Absicherung.
Appell an die Bundesregierung
Die Finanzierung eines Mutterschaftsausgleich ist über eine Umlagefinanzierung aller Selbständigen, über den Bundeshaushalt aus Steuermitteln oder eine Mischform geplant. »Die Bundesregierung hat Besserung versprochen, jetzt muss sie liefern«, fordert die Ministerin.
Quelle: www.wirtschaft.nrw, 6.7.2026 · DHZ
