Die verschiedenen HPV-Varianten sind die häufigste Ursache von sexuell übertragbaren Krankheiten. Weltweit sind schätzungsweise 63 Millionen Menschen infiziert. Abbildung: © Ivelin Radkov/stock.adobe.com

Die veränderten Sexualgewohnheiten haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einem deutlichen Anstieg von Krebserkrankungen geführt, die durch humane Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Die verschiedenen HPV-Varianten sind die häufigste Ursache von sexuell übertragbaren Krankheiten. Weltweit sind schätzungsweise 63 Millionen Menschen infiziert.

Zu den Risikogruppen gehören auch Frauen, deren Zervix mit HPV infiziert ist. Laut einer Metaanalyse, veröffentlicht im Journal of Dental Research, war eine von acht Frauen gleichzeitig in Zervix und Mund-Rachen-Raum HPV-positiv.

Einige Varianten können in der Zervix und auf anderen Schleimhäuten Krebs auslösen. Eine bisher übersehene Risikogruppe sind Frauen, deren Zervix bereits mit HPV infiziert ist. Ein Team um Noémi Katinka Rózsa von der Semmelweis-Universität in Budapest hat hierzu die Daten von 41 Beobachtungsstudien ausgewertet, in denen bei Frauen Abstriche von Zervix und aus der Mundhöhle untersucht worden waren.

Ergebnis: Bei 13 % der Frauen mit einem positiven Abstrich der Zervix fiel auch der Abstrich der Mundschleimhaut positiv aus. Bei Frauen ohne Zervixinfektion betrug der Anteil nur 4 %. Rózsa ermittelt eine Odds Ratio von 2,22, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,52 bis 3,25 hoch signifikant war.

Noch höher mit 17 % war die Prävalenz von oralen HPV-Infektionen bei Frauen, bei denen es bereits zu histologischen Veränderungen an der Zervix gekommen war, was auf eine chronische Infektion hinweist.

Da die meisten Frauen heterosexuell sind, vermutet Rózsa, dass sie sich bei ihren männlichen Partnern durch Oralverkehr infiziert haben. Die Männer könnten sich zuvor bei der Frau oder auch in früheren Partnerschaften angesteckt haben. HPV führt bei Männern zu Feigwarzen im Genitalbereich. Krebserkrankungen sind jedoch sehr selten.

Quelle: Mózes, A. E., Olasz, F. H., Martineková, P., Kiss-Dala, S., Bródy, A., Végh, D., Zsembery, Á., Hegyi, P., Ács, N., & Rózsa, N. K. (2025). Cervical HPV Positivity Elevates the Risk for Oral HPV Infection: A Systematic Review with Meta-Analysis. Journal of dental research, 220345251337071. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/00220345251337071 · Deutsches Ärzteblatt, 14.7.25 · DHZ