Frauen sollten während der Schwangerschaft gezielt zu Ernährung, Bewegung und Blutzuckerzielwerten angeleitet werden. Foto: © Ruslan Galiullin/stock.adobe.com
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals globale Leitlinien zur Versorgung von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes veröffentlicht. Weltweit ist etwa jede sechste Schwangerschaft betroffen – rund 21 Millionen Frauen jährlich. Die neuen Empfehlungen sollen Versorgungsstrukturen stärken und eine evidenzbasierte, alltagsnahe Betreuung sicherstellen.
Unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes erhöht das Risiko für schwerwiegende maternale und neonatale Komplikationen, darunter Präeklampsie, intrauteriner Fruchttod und geburtsbedingte Traumata. Langfristig steigt zudem das Risiko für Typ-2-Diabetes und andere kardiometabolische Erkrankungen – sowohl bei der Mutter als auch beim Kind. Besonders betroffen sind Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen, in denen adäquate Screening- und Behandlungsangebote häufig eingeschränkt sind.
Die WHO-Leitlinie umfasst 27 Empfehlungen. Kernelemente sind:
- Individuelle Beratung: Frauen sollen während der Schwangerschaft gezielt zu Ernährung, Bewegung und Blutzuckerzielwerten angeleitet werden.
- Regelmäßiges Monitoring: Die routinemäßige Blutzuckerkontrolle – sowohl in der Klinik als auch im häuslichen Umfeld – wird für alle betroffenen Frauen empfohlen.
- Personalisierte Therapie: Falls eine medikamentöse Behandlung notwendig ist, sollen klar differenzierte Therapiepläne für Typ-1-, Typ-2- und Schwangerschaftsdiabetes zur Anwendung kommen. Frauen mit vorbestehendem Diabetes benötigen während der Schwangerschaft eine intensivierte Betreuung.
Die WHO betont, dass die neuen Leitlinien ein wichtiger Schritt sind, um die Müttergesundheit zu stärken und die Versorgung von Frauen mit Diabetes enger in die reguläre Schwangerschaftsvorsorge einzubetten.
Quelle: WHO. (2025). WHO recommendations on care for women with diabetes during pregnancy. https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/232f6c49-7817-4d45-87ad-7e319baac3bb/contentDHZ ∙ Deutsches Ärzteblatt, 19.11.2025 ∙ DHZ
