Jedes sechste Kind wächst laut Fachleuten in einer Familie auf, in der mindestens ein Elternteil eine Suchterkrankung oder eine psychische Erkrankung hat. In Brandenburg betrifft das nach Schätzungen rund 56.000 Kinder im Alter bis 14 Jahren. Foto: © Ekaterina Lukashina/stock.adobe.com

Mit neuen Projekten sollen Kinder aus suchtbelasteten und psychisch belasteten Familien in Brandenburg bessere Unterstützung bekommen. Fachkräfte wie Pädagog:innen, Erzieher:innen oder auch Sporttrainer:innen sollen qualifiziert werden, um die Situation betroffener Kinder frühzeitig zu erkennen und Hilfsangebote zu machen, so die Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen, Andrea Hardeling. Drei Modellregionen in Brandenburg sollen dafür ausgewählt werden.

Ziel ist es, betroffene Kinder aufzufangen und zu verhindern, dass sie selbst später eine Suchterkrankung oder psychische Probleme entwickeln. Zudem soll auch die Zusammenarbeit der Akteur:innen in den Kommunen verbessert werden, wie am 13. August in Potsdam erläutert wurde. »Wir wollen, dass diese Kinder nicht allein gelassen werden – weder mit ihren Sorgen noch mit den Herausforderungen im Alltag«, sagte Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos).

56.000 betroffene Kinder

Jedes sechste Kind wächst laut Fachleuten in einer Familie auf, in der mindestens ein Elternteil eine Suchterkrankung oder eine psychische Erkrankung hat. In Brandenburg betrifft das nach Schätzungen rund 56.000 Kinder im Alter bis 14 Jahren, wie Gesundheitsministerin Müller sagte.

Bislang würden Kinder aus belasteten Familien oft unzureichend betreut, meinte Hardeling. Es fehle bei Fachkräften in Kita, Schule und anderen Einrichtungen teils an Ideen und Wissen, wie sie mit den Kindern und den Familien umgehen könnten. Die Erkrankungen seien stigmatisiert, es werde nicht offen darüber gesprochen, so Hardeling.

Nach ihren Angaben gibt es bei Zweidritteln der Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien das Risiko, dass sie später selbst erkranken.

Kommunen können sich bewerben

Die Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg können sich nun für das Präventionsprojekt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen bewerben. Laut Einrichtung kann es noch dieses Jahr starten. Gefördert wird das Vorhaben von einer Initiative der gesetzlichen Krankenkassen – dem GKV-Bündnis für Gesundheit –, der Auridis Stiftung und dem Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg.

Quelle: dpa, 13.8.2025 · DHZ