»Ich. Nicht dein Opfer.« ist nur eine Botschaft der Kampagne »Stopp! Gewalt gegen Frauen« des Landes Sachsen-Anhalt. Foto: © MS/Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt

Von Gewalt betroffene Frauen sollen in Sachsen-Anhalt besser den Weg zu Hilfsangeboten finden und dabei auch Unterstützung aus ihrem direkten Umfeld erhalten. Das ist Ziel einer landesweiten Kampagne mit dem Titel »Stopp! Gewalt gegen Frauen!«, die auf Großplakate, Postkarten, Bierdeckel sowie Social-Media-Posts setzt. Ab Ende November und im Dezember werde die Kampagne landesweit zu sehen sein, sagte die Landesgleichstellungsbeauftragte Sarah Schulze in Magdeburg. Am 25.11. ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

»Gewalt entsteht nicht plötzlich, sie folgt Mustern und sie wird unterstützt dadurch, sie wird möglich, wenn das Umfeld wegsieht. Sie kann aber auch verhindert werden, wenn wir Verantwortung übernehmen. Deshalb formuliert die Kampagne ganz besonders den Leitsatz: ›Wir alle können und müssen etwas dagegen tun. Hinsehen, Unterstützen, Vorbild sein‹«, so Sarah Schulze.

Die Kampagne setzt etwa auf Botschaften wie »Unsere Mama. Nicht dein Opfer«, »Meine Tochter. Nicht dein Opfer«, »Meine Kollegin. Nicht dein Opfer« und »Es kommt anders, wenn Mann denkt«.

Es solle das unmittelbare Umfeld von Betroffenen gestärkt werden, »weil Menschen aus dem sozialen Nahraum häufig die Ersten sind, denen Veränderungen auffallen, die trotzdem hadern und sich unsicher sind, wie sie auf Anzeichen von Gewalt reagieren können«, so die Landesgleichstellungsbeauftragte. Sie sollten ermutigt werden, hinzuschauen, nachzufragen und Unterstützung zu vermitteln. Die Kampagne spreche insbesondere Männer an. Sie trügen Verantwortung als Partner, Kollegen, Freunde und Vorbilder. »Ihre Haltung ist entscheidend dafür, ob Gewalt verhindert oder geduldet wird.«

Flächendeckendes Netz an Hilfsangeboten für Betroffene

Sachsen-Anhalt verfügt über ein flächendeckendes Netz aus 19 Frauenhäusern und zehn ambulanten Beratungsstellen. Ein mobiles Team aus Psychologinnen ergänzt die Betreuung von Frauen und Kindern in den Frauenhäusern. Weitere Unterstützung bieten vier Fachberatungsstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt, vier Interventionsstellen, die Fachstelle VERA für Betroffene von Zwangsverheiratung und Menschenhandel sowie eine Täterberatungsstelle.

Die erfassten Fälle häuslicher Gewalt in Sachsen-Anhalt sind in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden für das vergangene Jahr fast 8.400 Fälle erfasst nach gut 7.900 im Jahr zuvor. Laut dem Bundeskriminalamt zeigt eine noch nicht abgeschlossene Dunkelfeldstudie, dass im Bereich Partnerschaftsgewalt weniger als 5 % der Taten angezeigt werden.

Quelle: dpa, 24.11.2025 · DHZ