Der unmittelbare Haut-zu-Haut-Kontakt direkt nach der Geburt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Neugeborene ausschließlich gestillt wird. Foto: © nataliaderiabina/stock.adobe.com

Studien belegen die positiven Auswirkungen der Känguru-Methode nach der Geburt auf das Stillen und die Physiologie des Neugeborenen. Aber trotz der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) für einen sofortigen, kontinuierlichen und ununterbrochenen Haut-zu-Haut-Kontakt nach der Geburt werden Neugeborene in vielen Ländern während dieser Zeit weiterhin von ihren Müttern getrennt.

Neue Metaanalyse

Nun hat ein neues Cochrane-Review 69 randomisierte kontrollierte Studien mit den Daten von insgesamt 7.290 Mutter-Kind-Paaren untersucht: Verglichen wurden die Effekte des unmittelbaren Hautkontakts ab den ersten zehn Minuten und des sogenannten »frühen Kontakts« ab zehn Minuten bis 24 Stunden nach der Geburt mit Mutter-Kind-Paaren, die in dieser Zeit keinen direkten Hautkontakt hatten.

Es ging dabei sowohl um Spontan- wie auch Kaiserschnittgeburten, um Termingeborene wie auch späte Frühgeborene.

Ergebnisse und Empfehlung

Die Metaanalyse zeigte, dass in den Gruppen mit direktem Hautkontakt mehr Kinder ausschließlich gestillt wurden. Dieser Effekt ließ sich auch noch sechs Monate nach der Geburt beobachten. Neugeborene, die direkten Hautkontakt hatten, wiesen höhere axilläre Temperaturen (mittlere Differenz 0,28 °C) und höhere Blutglukosewerte auf.

Der Einfluss auf die Herz- und Atemstabilität deutete auf einen möglichen Vorteil hin, war aber laut dem Forschungsteam unsicher wegen zu geringer Fallzahlen. Für die Physiologie der Mütter fanden sich keine gesicherten Effekte. Weder die Dauer der Plazentalösung noch der Blutverlust nach vaginaler Geburt unterschieden sich signifikant.

Die Cochrane-Gruppe kommt zu dem Fazit: »Diese Übersichtsarbeit unterstützt unmittelbaren Hautkontakt nach der Geburt, unabhängig von der Geburtsart, für Mütter und ihre gesunden reifen und spätfrühgeborenen Kinder.«

Quelle: Moore, E. R., Brimdyr, K., Blair, A., Jonas, W., Lilliesköld, S., Svensson, K., Ahmed, A. H., Bastarache, L. R., Crenshaw, J. T., Giugliani, E. R. J., Grady, J. E., Zakarija-Grkovic, I., Haider, R., Hill, R. R., Kagawa, M. N., Mbalinda, S. N., Stevens, J., Takahashi, Y., & Cadwell, K. (2025). Immediate or early skin-to-skin contact for mothers and their healthy newborn infants. The Cochrane database of systematic reviews10(10), CD003519. https://doi.org/10.1002/14651858.CD003519.pub5 · Deutsches Ärzteblatt, 7.11.2025 · DHZ