Besonders gut schützt das tägliche Eincremen laut Studie Kinder, die kein erhöhtes Risiko haben wie etwa Verwandte ersten Grades mit Neurodermitis. Foto: © thodonal/stock.adobe.com
Eine aktuelle Studie der US-amerikanischen Oregon Health & Science University zeigt, dass tägliches Einreiben mit Feuchtigkeitscreme bei Babys unter neun Wochen die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sie im Alter von zwei Jahren an atopischer Dermatitis (AD) erkranken – bei jungen Eltern als Neurodermitis bekannt und gefürchtet.
Die randomisierte und einfach verblindete Studie wurde in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlicht. Von 1.247 Kindern hatten diejenigen, die regelmäßig am ganzen Körper mit Feuchtigkeitscreme behandelt wurden, im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe ein um etwa 16 % geringeres Risiko (36,1 % vs. 43 %).
Schützende Effekte gegen atopische Dermatitis
Die frühkindliche atopische Dermatitis ist weit verbreitet, bei Kindern zwischen sechs und sieben Jahren liegt die mittlere Prävalenzrate bei 6 %. Frühere Studien hatten zur Vorbeugung mit Feuchtigkeitscreme gemischte Ergebnisse geliefert, ein Cochrane Review konnte 2022 beispielsweise keinen Nutzen erkennen. Doch die aktuelle Studie deutet darauf hin, dass längere und regelmäßige Feuchtigkeitsanwendungen einen schützenden Effekt haben können, besonders bei Kindern ohne hohes Risiko. Sie stützt sich auf Ergebnisse aus 25 Kliniken in vier amerikanischen Bundesstaaten.
Die teilnehmenden Eltern wählten für ihr Kind eines von fünf angebotenen Hautpflegeprodukt. Wenn sie den Kopf und in die Windelregion ihres Kindes nicht damit eincremen wollten, konnten sie darauf verzichten. Das Studiendesign war jedoch nicht dazu angelegt, Unterschiede zwischen den fünf Produkten nachzuweisen.
Weniger Infektionen und Allergien
Die Studie zeigte auch, dass Kinder, die regelmäßig eingecremt wurden, seltener Hautinfektionen und Nahrungsmittelallergien hatten. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Hautausschlag traten zwar auf, konnten aber nicht eindeutig auf die Cremes zurückgeführt werden.
Ziel der Forschung ist es, Richtlinien für die Hautpflege bei kleinen Kindern zu entwickeln, um Ekzeme und allergische Erkrankungen vorzubeugen. Die regelmäßige Anwendung von Feuchtigkeitsprodukten könnte nicht nur die Entwicklung von AD verhindern, sondern auch das Risiko für andere allergische Erkrankungen verringern.
Simpson, E. L., Michaels, L. C., Ramsey, K., Fagnan, L. J., Nease, D. E., Henningfield, M., Dolor, R. J., Lapidus, J., Martinez-Ziegenfuss, X., Vu, A., Ferrara, L., Zuckerman, K. E., Morris, C. D., Williams, H. C., & CASCADE Consortium (2025). Emollients to Prevent Pediatric Eczema: A Randomized Clinical Trial. JAMA dermatology, e252357. Advance online publication. https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2025.2357 · Deutsches Ärzteblatt, 5.8.2025/DHZ
