Training am Clinical Skills Center der Med Uni Graz. Foto: © Med Uni Graz

In Österreich kamen im Jahr 2024 rund 6,8 Prozent aller Kinder als Frühgeborene zur Welt. Besonders vulnerabel sind dabei die 265 extremen Frühgeborenen, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren werden und eine umfassende intensivmedizinische Betreuung benötigen. Diese hochspezialisierte Versorgung kann nur an ausgewiesenen Perinatalzentren gewährleistet werden – wie an der Klinischen Abteilung für Neonatologie der Medizinischen Universität Graz, die als Referenzzentrum in Österreich gilt.

Um die Qualität dieser Versorgung weiter zu stärken, hat die Med Uni Graz ein innovatives Weiterbildungsformat entwickelt. Es vermittelt Ärzt:innen durch eine Kombination aus Theorie, Evidenz, klinischer Erfahrung und realitätsnahen Simulationstrainings die zentralen Fertigkeiten zur Erstversorgung und Reanimation von Frühgeborenen.

Frühgeburt als Herausforderung

Im Oktober fand an der Med Uni Graz erstmals der Kurs »Erstversorgung und Reanimation von Frühgeborenen: Physiologie, Evidenz und Simulationstraining« statt. »Dieser Kurs ist mit der gebotenen Mischung aus Theorie mit klinischem und wissenschaftlichem Hintergrund sowie dem intensiven praktischen Training einmalig im deutschsprachigen Raum und füllt eine wesentliche Lücke im neonatologischen Weiterbildungsangebot«, betont Gerhard Pichler, Leiter der Klinischen Abteilung für Neonatologie.

Im Rahmen des neuen Formats vermittelten Expert:innen zentrale klinische Aspekte in interaktiven Vorträgen und Fallpräsentationen. Besondere Schwerpunkte lagen auf der Physiologie der ersten Minuten nach der Geburt sowie auf innovativen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen im Bereich der Erstversorgung. Ergänzend zum theoretischen Teil trainierten die Teilnehmenden im Clinical Skills Center der Med Uni Graz essenzielle Fertigkeiten zur Stabilisierung und Reanimation von Frühgeborenen.

Positive Resonanz und Zukunftsperspektive

»Das Feedback der Teilnehmenden war ausgezeichnet. Das freut und bestätigt uns nicht nur, sondern wird sich auch zukünftig in einer regelmäßigen Abhaltung niederschlagen«, erklärt Lukas Mileder, Ausbildungsoberarzt an der Klinischen Abteilung für Neonatologie und Mitorganisator des Kurses. Mit insgesamt 16 Ärzt:innen aus sieben Bundesländern verdeutlichte die Premiere des Formats den hohen Bedarf an spezialisierter Weiterbildung auf diesem Gebiet. Die Med Uni Graz plant, den Kurs künftig regelmäßig anzubieten, um die Versorgung von Frühgeborenen in Österreich nachhaltig zu verbessern.

Quelle: Pressemitteilung Medizinische Universität Graz, 30.10.2025 · DHZ