Für Frauen mit postpartaler Depression steht künftig ein neues Medikament zur Verfügung. Foto: © kapinon/stock.adobe.com

Frauen mit postpartaler Depression steht künftig erstmals ein Medikament zur Verfügung: Die Europäische Kommission hat dem Wirkstoff Zuranolon eine EU-weite Zulassung erteilt. Nach Angaben der Behörde ist das Präparat während der Schwangerschaft jedoch kontraindiziert und wird für stillende Mütter nicht empfohlen.

Bisher gab es keine eigens für die postpartale Depression zugelassenen Medikamente. Standardantidepressiva kommen zwar zum Einsatz, wirken jedoch oft erst mit zeitlicher Verzögerung. Ein wesentlicher Vorteil von Zuranolon ist, dass klinische Verbesserungen bereits nach zweiwöchiger Einnahme nachgewiesen wurden.

Die Entscheidung stützt sich auf die positive Beurteilung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA. Grundlage bildete eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie, in der die Veränderung depressiver Symptome mithilfe der 17-Item-Hamilton-Depressions-Skala erfasst wurde.

Zuranolon gehört zur Gruppe der neuroaktiven Steroide. Der Wirkstoff moduliert die Aktivität des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA), indem er die GABA-vermittelte Inhibition verstärkt – ein Mechanismus, der vermutlich der antidepressiven Wirkung zugrunde liegt. Als häufigste Nebenwirkungen wurden Somnolenz, Schwindel und Sedierung beschrieben.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 17.09.2025 ∙ DHZ