Von l. n. r.: Professor Christoph Fusch (Klinikum Nürnberg), Professor Ben Glicksberg (Mount Sinai Hospital), Gesundheitsministerin Judith Gerlach, Professor Achim Jockwig (Klinikum Nürnberg). Foto: © Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will die Digitalisierung in der Frühgeborenen-Medizin weiter voranbringen. Sie betonte anlässlich eines Besuchs von Professor Benjamin Glicksberg vom New Yorker Mount Sinai Hospital am Klinikum Nürnberg: »Der zielgerichtete Einsatz von Digitalisierung ermöglicht es, Frühgeborenen noch besser als bisher zu helfen.«

Die Ministerin berichtete von dem Besuch eines US-Krankenhauses im August: »Das Mount Sinai Hospital hat beispielsweise ein KI-System namens ›Neo-Pose‹ entwickelt, das Frühgeborene per Video überwacht. Die Video-KI erkennt kleinste auffällige Bewegungsmuster, die auf eine Funktionsstörung hinweisen können, und alarmiert automatisch das medizinische Personal. Dieses kann so frühzeitiger reagieren.«

Das Mount Sinai Hospital belegt Platz 6 im »Newsweek«-Ranking »World’s Best Smart Hospitals 2025«. Höchstplatziertes deutsches Klinikum ist die Charité auf Platz 8.

Gerlach sprach ebenfalls über eine mögliche Kooperation des Mount Sinai Hospitals mit bayrischen Krankenhäusern, wie zum Beispiel das Klinikum Nürnberg mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität unter der chefärztlichen Leitung von Herrn Prof. Dr. Fusch. Am Standort Klinikum Nurnberg Süd werde aktuell ein neues Kinderklinikum gebaut.

Prof. Dr. Benjamin Glicksberg, Leiter des Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Kindergesundheit am Mount Sinai Hospital New York, sagte: »Die meisten KI-Systeme stoßen außerhalb der Umgebungen, in der sie entwickelt wurden, auf Schwierigkeiten. Die Versorgung von Kindern unterscheidet sich – je nach Land und Krankenhaus, sogar von Abteilung zu Abteilung. Daher benötigen wir neben einer standortübergreifenden, internationalen Validierung Kooperationen, die den Datenschutz gewährleisten. Partnerschaften wie zwischen dem Krankenhaus Nürnberg und dem Mount Sinai sind bisher noch eine Seltenheit, aber genau solcher bedarf es, um vertrauenswürdige und verlässliche pädiatrische KI-Systeme aufzubauen. Solche Bemühungen sind unerlässlich, um die Pädiatrie voranzubringen und gleichzeitig sicherzustellen, dass jedes Kind, ungeachtet des Krankenhauses oder des Standortes, auch von einer KI profitiert.«

Der Nürnberger Neonatologe Prof. Dr. Christoph Fusch will mit seinem Team am Klinikum Nürnberg den Einsatz von KI in der Neonatologie als einem besonders sensiblen Bereich der medizinischen Versorgung voranbringen. Das bayerische Gesundheitsministerium prüft derzeit, ob und in welchem Umfang das Projekt am Klinikum Nürnberg finanziell unterstützt werden kann. Ziel ist es, innovative KI-Ansätze in der Neonatologie zu erproben – etwa zur Erhöhung der Patientensicherheit oder zur KI-gestützten Ernährung Frühgeborener.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, 14.11.2025 · DHZ

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