Die Zahl der Krankenhäuser mit geburtshilflichen Stationen in Hessen hat sich seit der Wiedervereinigung nahezu halbiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Kliniken von 88 im Jahr 1991 auf 45 im Jahr 2024. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des hessischen Gesundheitsministeriums mindestens drei weitere geburtshilfliche Stationen geschlossen.

In einer parlamentarischen Anfrage wurde zuletzt von 39 Geburtskliniken in Hessen berichtet (Stand Dezember 2025). Die größere Differenz erklärt das Ministerium damit, dass in der amtlichen Statistik Einrichtungen geführt wurden, deren Geburtshilfe inzwischen eingestellt ist, sowie Privatkliniken, die keine eigenständige geburtshilfliche Versorgung anbieten, sondern vorhandene Strukturen ihrer jeweiligen Hauptkliniken nutzen.

Für die Einordnung der Entwicklung ist auch der demografische Wandel relevant: Bundesweit lag die Zahl der Geburten 2024 um 18,4 % unter dem Niveau von 1991. Das Ministerium betont, dass in Hessen insgesamt weiterhin eine bedarfsgerechte stationäre geburtshilfliche Versorgung gewährleistet sei.

Regionale Unterschiede

Regional zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in der Erreichbarkeit. Während in Großstädten fast alle Frauen innerhalb von 15 Minuten eine Klinik mit geburtshilflichem Angebot erreichen, gilt dies in kleinen Gemeinden nur für etwa jede vierte Frau.

Als Hauptgründe für den Abbau nennt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe den ökonomischen Druck auf Kliniken sowie den zunehmenden Fachkräftemangel. Zugleich verweist sie auf mögliche Vorteile einer Zentralisierung, da größere Einrichtungen durch höhere Fallzahlen eine bessere Beherrschung geburtshilflicher Komplikationen ermöglichen könnten.

Quelle: dpa, 28.3.2026 · DHZ