Nicht die Intervention des Kristellerns an sich, sondern die Gewährleistung von klarer Kommunikation, Autonomie und einer frauenzentrierten Interaktion ist ausschlaggebend für das Erleben der Situation. Foto: © Gorodenkoff/stock.adobe.com

Der Kristellerhandgriff (Fundusdruck) wird trotz fehlender Evidenzbasis und gegenteiliger Leitlinienempfehlung in der klinischen Praxis weiterhin angewendet. Wie jedoch erleben und bewerten Gebärende selbst diese Intervention? Hierzu wurde kürzlich eine qualitative Studie in Deutschland durchgeführt.

Im Rahmen einer informierten Grounded-Theory-Studie wurden zwölf Einzelfälle aus elf narrativen Interviews mit Frauen untersucht, die innerhalb der letzten zwölf Monate einen Fundusdruck erlebt hatten.

Eine Teilnehmerin berichtete über zwei gegensätzliche Erfahrungen bei zwei verschiedenen Geburtshelfer:innen. Die Auswertung erfolgte anhand eines theoretischen Modells zur Wahrnehmungsbildung in geburtshilflichen Situationen. Die Erfahrungen wurden auf der Basis von Verständlichkeit (kognitives und intuitives Verstehen der Situation und Intervention) sowie Bewältigbarkeit (Fähigkeit, mit der Situation umzugehen, insbesondere Kontrolle, Vertrauen, körperliche Empfindung) klassifiziert. Sechs Erfahrungen wurden als positiv, drei als neutral und drei als negativ eingeordnet.

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