Angesichts rückläufiger Geburtenzahlen reagiert Thüringen mit einem landesweiten Telemedizin-Netzwerk für die Geburtshilfe. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Jena und dem Thüringer Gesundheitsministerium soll ein Netzwerk aufgebaut werden, das unter anderem eine telemedizinische Rufbereitschaft zwischen Geburtskliniken ermöglicht und die Weiterbildung von Geburtshelfer:innen koordiniert. Das Land fördert den Aufbau mit rund 1,4 Millionen Euro.

Mehrere Geburtskliniken geschlossen

Die sinkenden Geburtenzahlen stellen die geburtshilfliche Versorgung vor Herausforderungen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts sank die Zahl der Geburten in Thüringen 2025 auf rund 11.500 Neugeborene. Diese Entwicklung führt dazu, dass manche Kliniken nur noch wenige Geburten betreuen und  in den vergangenen Jahren mehrere Geburtsstationen geschlossen wurden.

Damit werde die Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Schwangeren sowie Neu- und Frühgeborenen zunehmend wichtiger, so Ekkehard Schleußner, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Jena. Das Netzwerk soll bis Ende 2027 flächendeckend etabliert werden.

Quelle: dpa, 22.7.2026 · DHZ