Geburt ist Kommunikation auf vielen Ebenen. Foto: © Esther Mauersberger
Sich ausdrücken, sich erinnern, sich etwas vorstellen – diese Worte sind Metaphern für die Fähigkeit, sich im sozialen Miteinander zu verständigen. Die menschliche Sprache beinhaltet vielfältige Bilder. Auch ist sie weit mehr als das Kombinieren von Konsonanten, Vokalen und Silben. Stimme und Kehlkopf stehen in enger Verbindung zum Stammhirn. Wie unseren tierischen Mitgeschöpfen ist es auch uns Menschen gegeben, uns mit der Stimme zu artikulieren und zugleich Empfindungen und Gefühle zu transportieren. Jedes Wort und jeder Satz ist damit unterlegt oder eingefärbt (Watzlawick 1969). Mimik und Gestik des ganzen Körpers unterstreichen das Gesagte. So kann das, was uns berührt, eine andere Person erreichen und Widerhall erzeugen.
Gedächtnisspuren
Bei der Geburt des Menschen ist seine Sprachentwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Deshalb ist es schwierig, Zusammenhänge zwischen Verhalten oder Symptomen heute mit den Erfahrungen der Geburt herzustellen. Wir wissen aber, dass das Gehör bereits ab der Hälfte der Schwangerschaft aktiv ist. Kinder können sich an Stimmen, Töne und Klänge erinnern, die sie vor der Geburt oftmals kennengelernt haben. Die vaginale Geburt ist eine körperlich-psychisch ganzheitliche Erfahrung, die über viele Stunden gehen kann und sich als gefühlte und gespürte Erfahrung einprägt.
Operative Geburten sind viel schneller und scheinen keine Gedächtnisspuren zu hinterlassen – so die verbreitete Annahme. Das ist aber völlig falsch. Der Unterschied für das Baby besteht darin, dass seine Erlebniskontinuität durch den medizinischen Eingriff unerwartet unterbrochen wird. Eine solche Unterbrechung hat Orientierungslosigkeit, Schreck und oft genug Schock zur Folge. Für KindertherapeutInnen steht zweifelsfrei fest, dass ein Kaiserschnitt oder eine Zangengeburt eine traumatische Erfahrung ist. Nicht jedes Trauma wirkt sich sofort aus und die Kreativität und Intelligenz der Menschen findet Wege, die Geburt „nachzuspielen“. Oft finden Kinder selbst Wege, von einer Erfahrung zu „erzählen“, allerdings meist so, dass wir überrascht sind, ratlos oder achtlos darüber hinweg gehen. Wir können von kleinen Kindern lernen, dass die Geburt ein unvergleichlicher körperlich-kommunikativer Prozess ist, der mit allen Fasern zu spüren ist. Über Augen, Ohren und Gleichgewichtssinn, hormonelle Stimulierung und Berührungen seines Körpers hat das Ungeborene neun Monate lang nonverbale Signale erhalten und darauf für die Mutter spürbar reagiert. Die erste Kindsbewegung ist für die werdende Mutter ein besonderer Moment. Einflüsse der sozialen Umwelt auf die Mutter und ihren wachsenden Leib nehmen zu. Die Familie und Bekannte kommentieren die bevorstehende Elternschaft entsprechend eigener Erfahrungen. Das ist eventuell ermutigend oder vielleicht auch besorgniserregend. Die heutige Mutterschaftsvorsorge mit ihrer Risikoausrichtung kann erheblichen Einfluss auf das Befinden der Mutter und des Vaters nehmen. Physiologisch und psychosozial reagieren der wachsende Organismus des Babys und der Körper seiner Mutter unverändert nach Prinzipien, die sich in Hunderttausenden von Jahren bewährt haben.
Der unumkehrbare Prozess des Abschieds und des Neubeginns bei der Geburt ist für Mutter und Kind eine Metamorphose. Es ist der Abschied vom ersten Zuhause in der physiologischen und geistig-sozialen Symbiose mit der Mutter und der Empfang auf der Welt durch ein soziales Netz, zu dem meist Mutter, Vater und Großeltern gehören. Überwältigende Gefühle zwischen Euphorie und Todesangst können das Auf-die-Welt-Kommen begleiten.
Ein naturgemäßer Geburtsverlauf bildet für das Baby ein sicheres Fundament für den Weg aus der Symbiose heraus und hinein in den Beginn einer Sozial- und Autonomie-Entwicklung. Die Geburtserfahrung ist ein Schlüsselerlebnis. Die Anstrengung der Geburt zusammen mit der Mutter geschafft zu haben, bildet eine soziale Schablone für spätere Übergänge im Leben: Der Prozess von Abschied und Neubeginn findet alle paar Jahre in jeder menschlichen Reifeperiode statt. Nicht umsonst haben Menschen Rituale entwickelt, um in diesen Übergangssituationen dem Einzelnen zur Seite zu stehen. Psychosoziale Begleitung und menschliche Nähe – wer würde sich das nicht auch in der Todesstunde wünschen.
Biografische Prägungen
Abweichende Handlungen während der Geburt, gegenüber dem, was der menschlichen Natur gemäß wäre – und sei es zur Lebensrettung – werden neuronal als Informationen festgehalten. Körperliche und psychosoziale Begleitumstände der Geburt bilden eine individuelle biografische Besonderheit. Insbesondere wirken sich Störungen der Kontinuitätserfahrung gravierend aus. Die Charta der Rechte des Kindes formuliert: „Jedes Kind hat ein Recht darauf, dass während der Schwangerschaft und Geburt seine Erlebens-Kontinuität beachtet und geschützt wird.“ (Charta 2005)
Mit Müttern und ihren Kindern oder Herangewachsenen über die Geburt zu sprechen, kann sinnvoll sein, wenn Eltern bei einem Verhalten ihres Kindes vor einem Rätsel stehen. Junge Erwachsene reflektieren sich meist selbstkritisch, wenn sie bei sich selbst Abweichungen feststellen, die sie bei Gleichaltrigen nicht wahrnehmen. Die Selbstbewertung, die Feststellung, zu versagen, in sogenannten Normalsituationen nicht „zu funktionieren“, kann zu tiefen Selbstzweifeln, mangelndem Selbstwertgefühl und Rückzug führen.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie Schwangerschaft und Geburt therapeutisch nachträglich durch Sprache lebendig werden können. Es geht in keinem der Beispiele darum, Schuldige zu suchen, sondern um die Anerkennung körperbezogener und psychosozialer Einflussfaktoren. Ziel meiner therapeutischen Arbeit ist es, die Erfahrungen aus Schwangerschaft und Geburt als umfassend prägend in die eigene Biografie einfügen zu können. Dieses Geschehen zu integrieren, bedeutet, einen grundlegenden biografischen Zusammenhang von der Pränatalzeit über die Geburt bis hin zur aktuellen Lebenssituation herzustellen. Körperlich nach der Geburt von der Mutter getrennt zu werden, um den Schritt in die Lungenatmung zu schaffen, ist für ein Baby viel leichter, wenn es dabei von ihr gehalten wird. Wie unklug, sofort abzunabeln und damit dem Kind die Umstellung unnötig zu erschweren, abgesehen von den Folgen des Verlustes von mindestens einem Drittel seines Gesamtblutes (Linderkamp 1982, 2016). Von der Mutter weggetragen zu werden, führt zu Irritation und Orientierungslosigkeit. Das Baby schreit, zu Recht. Niemand außer dem Vater, wenn das Baby dessen Stimme kennt, könnte diese Lücke füllen. Körperliche Trennung bedeutet, das Vertraute, Bekannte, Gehörte, Gespürte verloren zu haben. Es ist eine psychosoziale Erfahrung, begleitet von Angst, Panik, Verlassensein, Alleingelassen sein, losgelöst von der Mutter, die das Leben sicherstellt.
Die sichere Anbindung in der Geburtssituation ist psychosozial bedeutsam und weichenstellend. Wer das Schreien auf Kinderstationen zu deuten vermag, weiß, dass es die Schreie nach der Sicherheit gebenden Mutter sind, die bis ins Mark gehen. Auf physiologischer Ebene reagieren viele Kinder mit Hautreaktionen, wenn die Trennungssituation schockartig erlebt wurde. „Ausnahmslos“ seien Trennungserlebnisse bei neurodermitisch erkrankten Kindern die auslösende Grunderfahrung, stellt die Gelsenkirchener Kinderklinik fest (Stemmann 2002). Interessant ist, dass deren Behandlung immer die ganze Familie mit einbezieht, niemals das Kind allein. Für meine therapeutische Arbeit gilt ein ganzheitlicher Blickwinkel auf Familien- und Zeitgeschichte. Der einzelne Mensch ist immer eingebunden in die Biografie der Eltern und Großeltern und deren jeweilige Abhängigkeiten. Wenn es bei der Geburt um die individuelle „Entbindung“ von der körperlichen Symbiose mit der Mutter geht, so handelt es sich zeitgleich um die Einbindung in das viel größere System der Familie, Gesellschaft und Kultur. Vom Kind her betrachtet, kann dieses nicht darauf einwirken, wie es geboren wird. Jedoch scheinen die Begleitumstände von Schwangerschaft und Geburt gravierend zu sein, wie wir aus folgenden Beispielen lernen können.
Fallgeschichte 1: Loch im Bauch
Die zehnjährige Tine spricht von dem sie ängstigenden Bild, sie habe ein Loch im Bauch. Begleitsymptome: panische Angst und Rückzugsverhalten. Ihre Mutter ist ratlos, weil kein Arzt helfen kann. Tine verkrieche sich seit einiger Zeit in der hintersten Ecke des Klassenraums und gehe nicht mehr aus dem Haus. Man habe alles untersucht und niemand fände eine Erklärung für Tines Verhalten. Wenn sich das nicht bessere, müsse eine stationäre psychiatrische Behandlung ins Auge gefasst werden. Ich frage die Mutter, wie Tine geboren sei. „Mit Kaiserschnitt“, berichtet sie. Ich verabrede mit der Mutter, dass sie ihre Tochter zum Termin mitbringt und schlage ihr vor, ausführlich über die Geburt von Tine zu sprechen. Mutter und Tochter kommen in meine Praxis. Tine verkriecht sich im hintersten Winkel des Raums. Sie wirkt wachsam, in Erwartung dessen, was passieren wird. Nach der Begrüßung sage ich an Tine gerichtet: „Deine Mama hat dich mitgebracht, weil ich sie einmal fragen werde, wie es bei deiner Geburt war. Da warst du schließlich dabei, deswegen ist es ja gut, wenn du das gleich mithörst. Wenn du etwas genauer wissen willst, fragst du einfach.“ Tine sagt nichts, aber ihr Blick sagt: „Ich höre.“ Ich befrage nun die Mutter, was sie erinnert von der Schwangerschaft mit Tine und der Situation, dass es zum Kaiserschnitt kam. Während Frau M. „gefasst“ berichtet, kommt Tine Meter um Meter näher. Schließlich sitzt sie auf dem Schoß ihrer Mutter und schmiegt sich bei ihr an. Als ich die Mutter frage, ob sie ihrer Tochter eigentlich schon einmal ihre Narbe gezeigt habe, antwortet sie ausweichend. Tine beginnt wortlos, den Hosenbund ihrer Mutter zu lösen. Da das der Mutter sichtlich unangenehm ist, schlage ich beiden vor, sich die Narbe einmal zu Hause gründlich anzusehen.
Meine Ahnung, dass Tines inneres Bild vom Loch im Bauch aus der Zeit ihrer symbiotischen Verbundenheit mit der Mutter stammen könnte, bestätigt sich. Für Tine war es wichtig, dass sie ihr inneres Bild zuordnen konnte. Es gab wirklich ein Loch im Bauch, allerdings nicht bei ihr, sondern bei ihrer Mutter. Auch Tine hatte Angst, als die Operation gemacht wurde, panische Angst. Jetzt weiß sie, dass alles zusammen passt: ihr Bild, ihre Angst und sogar ihr Gefühl, sich in der hintersten Ecke verkriechen zu wollen.
Mutter und Tochter kamen nur dieses eine Mal. Erleichtert rief mich die Mutter nach mehreren Tagen an, da Tines Angst nachließ und sie weder vom Loch im Bauch sprach noch die Begleiterscheinung des sich Verkriechens wieder aufgetreten war.
Fallgeschichte 2: Mit der Familiengeschichte verwoben
Frau T. berichtet, ihre 20-jährige Tochter Sara habe den ersten Freund und entwickle panische Angst, ihn zu verlieren, schon bevor sie die gegenseitige Zuneigung habe auskosten können. In ihre Gefühle der Liebe mische sich die Sorge des drohenden Verlustes ein. Im selben Zeitraum habe sich regelrechte Panik eingestellt, als sie auf die Zusage für ihren Ausbildungsplatz warten musste. Die Tochter kommt in die Praxis und bestätigt den Bericht ihrer Mutter. Pausenlose Grübeleien, Schlaflosigkeit, unerklärliche Angst begleiten ihre Gefühle der Zuneigung zu ihrem Freund. Das Warten auf die Zusage für den Ausbildungsplatz habe sie in unerträgliche Spannung versetzt. Wie eine Erlösung sei ihr die Bestätigung dann vorgekommen. Insgesamt wirkt sie freudlos, zurückgezogen und latent angespannt.
Die Vorgeschichte bringt eine biografische Besonderheit zutage, die der Tochter zwar bekannt, jedoch in ihrer Auswirkung schwer greifbar scheint: Frau T. hatte drei glücklose Schwangerschaften, bevor Sara zur Welt kam. Eine Kinderwunschbehandlung hatte sie nicht. Sie sagt, sie habe bis zuletzt Angst gehabt, auch dieses Kind zu verlieren.
Das erste Kind nach glücklosen Schwangerschaften zu sein, wäre für jedes Kind von Bedeutung. Die Auswirkungen solch eines Schicksals zeigen, wie tief sich die Familiengeschichte in Kindern verwurzeln kann. Sara muss sich mit ihrer biografischen Besonderheit auseinandersetzen, nicht das erste, sondern das vierte Kind ihrer Eltern zu sein.
Es ist anzunehmen, dass Sara die Traurigkeit und Sorge ihrer Eltern schon im Mutterleib auf sich selbst bezog. Wie wir wissen, haben Gefühle eine hormonelle Basis, so ist das Baby über Nerven und Blutbahn in das Gefühlsleben der Mutter involviert. Hoffnung und Glück teilen sich dem Baby mit, aber auch Trauer und Sorge. Therapeutisch gesehen wäre es wichtig, dass Sara lernt, nachträglich zu differenzieren, dass sie Raum bekommt, um ihre Gefühle zu fühlen, zu benennen und zuzuordnen. Zeitgleich ist es erforderlich, wenn die Mutter sich noch einmal mit den glücklosen Schwangerschaften auseinandersetzt. Es scheint, als ob Sara, ihr viertes Kind, emotional noch immer im damaligen Gefühlszustand verharrt. Die damalige Zeit ist jedoch vorbei. Sara darf im Leben ankommen.
Bei dieser Mutter-Tochter-Begleitung geht es ums Erkennen, Benennen und Differenzieren. Die gefühlsmäßige Bindung scheint beiderseits immer noch von Angst und Trauer bestimmt zu sein. Bindung und Autonomieentwicklung, dieses Wechselspiel zwischen diesem besonderen Mutter-Tochter Paar, braucht Begleitung, um der Tochter eine Autonomieentwicklung zu ermöglichen, welche die verlorenen Geschwister mit integriert. Ein Geschehen kognitiv zu ordnen oder zuzuordnen bedeutet, Lücken zu schließen. Dazu ist die Versprachlichung unverzichtbar. Sprache gibt einem Erlebnis Struktur. Sara ist zurzeit dabei, ihre Frühbiografie zu integrieren. Das geht nicht ohne die Mutter, die ihre Tochter noch nicht loslassen, ihr noch nicht den mütterlichen Rückhalt für eine eigenständige Entwicklung geben kann. Beide, Mutter und Tochter, bearbeiten jeweils eigene und gemeinsame Themen.
Fallgeschichte 3: Tick
Die 17-jährige Sylvia leidet unter einem Gesichts-Tick. Sie erinnert sich, dass es zum ersten Mal gezuckt hatte, als sie mit 12 Jahren auf einem Zahnarztstuhl lag. Mund offen, verletzlich, Loch im Zahn, Bohren musste sein. Seitdem blieb das Zucken, trat vermehrt auf und störte erheblich. Ein Psychiatrieaufenthalt ermöglichte ihr, mit diesem Symptom selbstbewusster umzugehen. Alle Recherchen, die ein Zucken hatten erklären können, wie Unfall, Schreck, Zurückweichen, liefen ins Leere. Schließlich bat ich darum, den Geburtsbericht zu besorgen, nachdem die Mutter mit Tränen in den Augen knapp berichtete, die Geburt sei schrecklich gewesen. Der Geburtsbericht zeigt ein mögliches Ersterlebnis, das mit dem Zucken in Verbindung stehen könnte: Bei Sylvia wurde eine Kopfschwartenelektrode (KSE) gelegt. Interessant, dass das Zucken rechtsseitig auftrat, passend zum Geburtsbericht und der eingezeichneten Pfeilnaht.
Im Beisein mit ihrer Mutter arbeiteten wir Punkt für Punkt den Bericht durch. Sylvia wirkte sehr erleichtert, eine plausible Erklärung für ihren Tick gefunden zu haben. Sie hatte mittlerweile tiefe Selbstzweifel und Selbstwertprobleme, weil sie keine Erklärung für dieses störende Symptom hatte und oft deswegen angesprochen wurde.
Sylvia kam ein Jahr lang zu mir in die Praxis, insgesamt 25 Stunden. Sie lernte, ihre Körpersymptome zu verbalisieren und dazugehörige Gefühle zu artikulieren. Die Methode der „Ambulanten Regressionstherapie“ erlaubt einen selbstbestimmten Weg, Körpersymptome, Gefühle und dazugehörige Ereignisse zusammenzubringen und zu integrieren. Nach zwei weiteren Jahren ist das Symptom fast vollständig abgeklungen.
Resümee
Was können wir aus solchen Beispielen lernen? Die Sprache ordnet Körpersymptome, Erinnerungsbruchstücke, Bilder und Gefühle. Symptome, die zusammenhangslos erscheinen, müssen einem real erlebten Geschehen zugeordnet werden, um abklingen zu können. Das erfordert ein empathisches Gegenüber, einfühlsames Hinspüren und Mut zu genauem Forschen. Dabei können neben mündlichen Berichten Geburtsaufzeichnungen wertvolle Hilfe leisten.
Blind- und Taubheit gegenüber der Bedeutung der Pränatalzeit und Geburt als gewichtigem sozialem Prägemoment für das Leben, führen zu einem sprachlichen Niemandsland und Ratlosigkeit bei Fachpersonen, wenn Kinder und junge Erwachsene ungewöhnliche Reaktionen zeigen. Insbesondere bei ungeklärten Symptomen konnten gravierende geburtliche und vorgeburtliche Besonderheiten nachträglich herausgefunden werden. Das bedeutet für die therapeutische Arbeit, sich informieren und fühlend auf diese Zeit zusammen mit der Klientin oder dem Klienten einzulassen. Körperhaltungen, Mimik, Stimmklang, Stocken, Räuspern, Heiserkeit, Gefühle als zwischenmenschlicher Ausdruck sowie Geburtsberichte dienen dazu, sich selbst zu verstehen und Geschehenes zu integrieren. Es sind Schritte zur Heilung.
Linderkamp O: Polycythemia and hyperviscosity. In: G. Buonocore, Neonatology. Springer 2016
ISPPM: Charta der Rechte des Kindes vor, während und nach der Geburt. Verabschiedet von der Internationalen Gesellschaft für Prä- und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM). Heidelberg 2005
Stemmann, E. A,; Stemmann, S,: Selbstheilung (Spontanheilung) der Neurodermitis – Gelsenkirchner Behandlungsverfahren. Hrsg. AK Allergie und umweltkrankes Kind AuK 2002
Watzlawick P: Menschliche Kommunikation. Erstauflage 1969. 12. unveränderte Auflage. Verlag Hans Huber 2011
