Kinder- und Jugendhilfe sollte aus Sicht des saarländischen Sozialministers Magnus Jung (SPD) viel mehr als bisher die frühe Kindheit in den Blick nehmen. »Wir sind da viel zu defensiv als Staat. Wir sind viel zu sehr ein Reparaturbetrieb, anstatt die Familien vorher stärker zu unterstützen«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegten, dass die Ursachen für zum Beispiel Bildungserfolg, gesundheitliche Risiken bis hin zum Risiko der psychischen Erkrankung oder auch von Straffälligkeit schon in den ersten drei bis fünf Lebensjahren gelegt sei. »Das heißt: Lange bevor die Kinder in der Schule ankommen, ist sozusagen schon mal ganz vieles in die richtige oder in die falsche Richtung entschieden«, so der SPD-Politiker. Doch die Chance, hier schon Einfluss zu nehmen, werde zu wenig genutzt. Es brauche einen »massiven Ausbau der Unterstützungs-Instrumente in diesem Bereich«.

Diese Forderung will der Minister als Impuls bei einem Sozialstaatskongress mit Diskussionen und Fachforen in Saarbrücken einbringen. Mehr als 300 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Sozialwirtschaft und Kultur kommen dazu Ende Januar in Saarbrücken zusammen. Ergebnisse des Kongresses und eine gemeinsame Erklärung mit den Sozialministerinnen aus Rheinland-Pfalz und Hessen sollen an die Bundesregierung übermittelt werden.

Quelle: dpa, 23.1.2026 · DHZ