In Mecklenburg‑Vorpommern werden die beiden bestehenden Babyklappen in Schwerin und Rostock nur selten genutzt. Nach Angaben der Kliniken werden dort pro Jahr jeweils etwa ein bis zwei neugeborene Kinder anonym abgegeben. Beide Einrichtungen bestehen seit 2005 und richten sich an Frauen in akuten Notsituationen.

Seit 2014 steht Frauen mit ungewollten Schwangerschaften bundesweit auch die Möglichkeit der vertraulichen Geburt offen. Nach einer Beratung können Frauen anonym gebären, wobei die Identität der Mutter geschützt bleibt, dem Kind aber ab dem 16. Lebensjahr zugänglich gemacht werden kann. Fachlich wird dieses Modell häufig als Vorteil gegenüber Babyklappen bewertet, da es sowohl die medizinische Begleitung der Geburt als auch das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft wahrt.

In Mecklenburg‑Vorpommern wurden laut Gesundheitsministerium in den Jahren 2022 bis 2024 zwischen vier und neun vertrauliche Geburten pro Jahr verzeichnet. Die Nutzung der Babyklappen ist seit Einführung der vertraulichen Geburt nicht zurückgegangen. Die Kosten für vertrauliche Geburten sowie die Vor‑ und Nachsorge werden vom Bund übernommen, begleitet durch qualifizierte Schwangerschaftsberatungsstellen.

Quelle: dpa, 25.4.2026 · DHZ