Eine Studie aus China untersucht maternale depressive Symptome als Risiko für Neurodermitis bei Babys. Foto: © Olekond/stock.adobe.com

Depressive Symptome in der Schwangerschaft könnten das Risiko für eine atopische Dermatitis (AD), eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, beim Kind erhöhen. Darauf weist eine Fall-Kontroll-Studie aus China hin, deren Ergebnisse beim XIV. International Congress of Dermatology 2025 (ICD) in Rom präsentiert wurden.

In die Analyse wurden 64 Kinder mit ärztlich diagnostizierter AD und 156 gematchte Kinder ohne AD-Diagnose einbezogen.

In der Studie wurden depressive Symptome, Angstzustände und die Schlafqualität der Mütter während der Schwangerschaft sowie postpartal erfasst – jeweils mithilfe validierter Instrumente, darunter die Perceived Stress Scale, der 9-item Patient Health Questionnaire, die Edinburgh Postnatal Depression Scale und der Pittsburgh Sleep Quality Index. Primärer Endpunkt war das Auftreten einer AD beim Kind.

Eine pränatale Depression war signifikant mit einem erhöhten Risiko für AD beim Kind assoziiert (OR 2,11; 95 % KI 1,47-2,75; p=0,023). Das Risiko war besonders ausgeprägt bei moderater bis schwerer Depression (OR 3,13; 95 % KI 2,23-4,03; p=0,014) und bei gleichzeitig bestehenden Schlafstörungen (OR 2,64; 95 % KI 1,65-3,62; p=0,056).

Keine signifikante Assoziation hingegen zeigte sich für mütterliche Angstzustände während der Schwangerschaft oder für postpartale Depression und atopischer Dermatitits bei den Nachkommen.

Die Studienautoren um Jiawen Chen von der Shanghai Jiao Tong University School Of Medicine in Shanghai folgern, dass ihre Ergebnisse auf eine signifikante Assoziation zwischen mütterlicher pränataler Depression und der Entstehung von AD bei Kindern hindeuten. Dies unterstreiche die Bedeutung der pränatalen psychischen Gesundheit der Mutter als potenziell modifizierbaren Risikofaktor in der Ätiologie der AD.

Quelle: Jiawen Chen, et al. (2025). Association of maternal perinatal anxiety and depressive symptoms with atopic dermatitis in offspring: a nested case-control study. (Studie im Rahmen des Kongresses veröffentlicht. Abstract unter: ICD2025_ABSTRACT-BOOK-POSTER-REV00.pdf, S. 142) · Deutsches Ärzteblatt, 25.07.2025 · DHZ