(V.l.) Prof. Dr. Gregor Seliger, Leiter Kinderwunschzentrum, Katrin Pribbernow, Reproduktionsbiologin, Staatssekretär Thomas Wünsch, PD Dr. Matthias Janda, Ärztlicher Direktor Universitätsklinikum Halle (Saale) Foto: © Universitätsklinikum Halle (Saale) / Arvid Rostek

Mit einem neuen Kinderwunschzentrum im Zentrum der Stadt Halle (Saale) vereint die Universitätsmedizin Halle erstmalig sämtliche Leistungen von der Diagnostik über die Behandlung bis zur pränatalen Betreuung in einer ambulanten Versorgungsstruktur. Patient:innen erhalten seit dem 1. Juli Termine, das Labor nimmt seine Arbeit voraussichtlich am 1. August 2025 auf.

Das Zentrum ist bundesweit das einzige seiner Art an einer Universitätsmedizin, das ambulant sowohl operative Diagnostik als auch reproduktionsmedizinische Angebote für Frauen und Männer sowie spezialisierte pränataldiagnostische Verfahren bündelt. Die enge Verknüpfung dieser Bereiche an einem Standort ermöglicht eine strukturierte und abgestimmte patient:innenorientierte Versorgung ohne stationären Aufenthalt.

»Kinderwunschbehandlungen sind mehr als medizinische Verfahren – sie greifen tief in persönliche Lebensgeschichten unserer Patient:innen ein. Deshalb setzen wir auf ein modernes, menschlich zugewandtes Zentrum, das Paare umfassend und einfühlsam begleitet: von der ersten Diagnostik bis zur spezialisierten pränatalmedizinischen Begleitung«, erklärt Prof. Dr. Gregor Seliger, Leiter des Kinderwunschzentrums.

Das Zentrum wird über ein In-vitro-Fertilisations-Labor (IVF) auf dem aktuellen Stand der Reproduktionsbiologie verfügen. Das zentrale technische Element ist ein Embryoskop – ein Spezialinkubator mit integrierter Kamera. »Das Embryoskop ermöglicht uns, Embryonen kontinuierlich und störungsfrei zu beobachten. Das ist ein großer Fortschritt hin zu einer objektiven Beurteilung ihrer Entwicklungschancen und kann in bestimmten Fällen die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern«, so die Reproduktionsbiologin Katrin Pribbernow.

Zum Team des Kinderwunschzentrums gehören Reproduktionsmediziner:innen, Androlog:innen, Biolog:innen sowie Fachkräfte für pränatale Diagnostik. Auch Hebammen sind eingebunden – etwa zur Betreuung nach Fehlgeburten im Rahmen der Regelversorgung sowie auf Wunsch zur Begleitung während einer laufenden Kinderwunschbehandlung.

Das medizinische Angebot umfasst unter anderem die Abklärung der Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches, hormonelle Therapien, Verfahren der künstlichen Befruchtung (Insemination, IVF, ICSI), die Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen sowie die Behandlung mit Spendersamen. Ergänzend werden Leistungen zur Fertilitätserhaltung, etwa vor einer Krebstherapie, angeboten. Zudem gehören die Diagnostik und Behandlung hormoneller Störungen sowie die Abklärung und Begleitung bei Endometriose zum Leistungsspektrum.

Mit dem neuen Standort stärkt die Universitätsmedizin Halle die ambulante Versorgung in Sachsen-Anhalt. Das Zentrum ist zugleich Teil einer langfristigen Strategie zur strukturierten Weiterentwicklung universitärer Leistungen außerhalb der stationären Versorgung.

Quelle: Universitätsklinikum Halle, 17.6.2025 · DHZ