Geschlossen spricht sich Schleswig-Holsteins Landtag für höhere Einkünfte von Hebammen aus. In einem gemeinsamen Antrag forderten alle fünf Fraktionen die schwarz-grüne Landesregierung auf, sich auf Bundesebene und bei den Vertragspartner:innen für substanzielle Nachbesserungen am geltenden Hebammenhilfevertrag einzusetzen.

»Als Land können wir Veränderungen des Hebammenhilfevertrages nicht unmittelbar selbst verhandeln«, sagte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU). »Aber wir können und wir werden uns als Land bei den Akteurinnen und Akteuren dafür einsetzen, dass diese in neue
Verhandlungen eintreten.«

Die aktuelle Fassung werde den Anforderungen nicht gerecht, sagte von der Decken. »Für uns als Land ist von großer Bedeutung, dass die wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung weiterhin flächendeckend möglich bleibt.« Es müsse werdenden Eltern ein breites Angebot der Vor- und Nachsorge durch Hebammen zur Verfügung stehen. Als unverzichtbarer Baustein der geburtshilflichen Versorgung seien insbesondere freiberufliche Hebammen von den neuen Regelungen stark benachteiligt. »Damit kann sowohl der Berufsstand als solcher, als auch die Versorgung insgesamt beeinträchtigt werden.«

Die Opposition hatte die Hebammen zum Landtagsthema gemacht. Hintergrund ist die neue Gebührenordnung für freiberufliche Hebammen, die am 1. November in Kraft trat.

 

Quelle: dpa, 28.1.2026 · DHZ