Bei Frauen ab 35 Jahren steigt das Risiko, dass ihr Kinderwunsch vielleicht unerfüllt bleibt. Foto: © Petra Fischer/stock.adobe.com

Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) untersucht, welche reproduktiven Erfahrungen Frauen machen, und berücksichtigt dabei insbesondere Fehlgeburt und Infertilität. Davon ist laut der Studie in Deutschland etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter betroffen.

Die Analyse basiert auf Daten der repräsentativen Längsschnittstudie Pairfam (2008–2022). Für die aktuelle Studie wurden 1.862 Befragte aus drei Geburtskohorten über zehn Jahre begleitet. Rund 28 % der befragten Frauen berichteten innerhalb von zehn Jahren über Infertilität. Das heißt, sie hatten Probleme beim Versuch schwanger zu werden. Weitere 9 % gaben an, eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt zu haben. »Die Ergebnisse zeigen, dass etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter biologische Fertilitätsbarrieren erlebt«, erklärt Dr. Nadja Milewski, Forschungsgruppenleiterin am BiB und Mitautorin der Studie.

Probleme durch höheres Alter der Mütter

In den vergangenen Jahrzehnten ist das durchschnittliche Alter von Müttern bei der Geburt ihrer Kinder immer weiter gestiegen. Heute sind Mütter beim ersten Kind im Schnitt 30,4 Jahre alt und die Väter meist noch älter. Ein höheres Alter der Frau und des Mannes stellt einen wesentlichen Risikofaktor für Fehlgeburt und Infertilität dar: In der mittleren Altersgruppe, von etwa Mitte 20 bis Mitte 30, konzentriert sich die Familiengründung. Etwa 63 % dieser Frauen bekamen innerhalb von zehn Jahren mindestens ein Kind. Im Alter ab 35 Jahren hat fast jede zweite Frau (47 %) bereits Probleme wie Infertilität und/oder Fehlgeburt erlebt. Gleichzeitig ist der Anteil älterer Frauen, die eine Geburt ohne Fertilitätsbarrieren hatten, mit etwa 8 % deutlich geringer als in der mittleren Altersgruppe (41 %). »Das Risiko, dass Kinderwünsche unerfüllt bleiben, ist bei den Frauen ab 35 Jahren erheblich«, betont Dr. Nadja Milewski.

Quelle: Biermann Medizin, 23.3.2026 · Milewski, N. et al. (2026). Risikofaktor Geburtenaufschub Schwangerschaftsverlust, Infertilität und Geburt im Lebensverlauf. BiB.Aktuell 2. https://www.bib.bund.de/Publikation/2026/pdf/BiB-Aktuell-2-2026.pdf?__blob=publicationFile&v=7 · DHZ