Die Autorin
Renate Ruckstuhl-Meier ist Hebamme, MBA Healthcare Management, und Leiterin des Projekts »Geburt 3000« der Berner Fachhochschule, das eine zeitgenössische Form des klassischen Geburtshauses mit einem ganzheitlichen Ansatz für außerklinische autonome hebammengeleitete Geburtshilfe entwickelt.
Kontakt: info@geburt3000.ch

Schweizer Geburtshäuser haben Holzbadewannen als Gebärwannen entdeckt und erprobt: Hebammen und Holzbauer berichten von ihren Erfahrungen.

Wärme in der Winternacht

Seit über 40 Jahren bin ich Hebamme, habe vor 20 Jahren das große stationäre Geburtshaus Terra Alta im Schweizer Kanton Luzern mit aufgebaut und leitete das Haus bis vor zwei Jahren. Mehrere Tausend Geburten durfte ich begleiten und das bringt viel Hebammenerfahrung auf ganz verschiedenen Ebenen mit sich. Eine davon ist die Erfahrung mit Geburtswannen. Speziell in den Winternächten so um 2 Uhr nachts wollte ich immer gerne einer Gebärenden eine warme wohlige Geburtswanne anbieten. Aber auch mit noch so viel warmem Wasser erfüllte sich dieser Wunsch nicht und für Gebärende, Hebammen und Begleitpersonen blieben bei klassischen Geburtswannen einige Wünsche offen.

Beim Ausbau des zweiten Standorts von Terra Alta in Luzern packte ich dann die Gelegenheit und ging mit meinen konkreten Wünschen und Erfahrungen auf eine spezialisierte Holzbaufirma zu. Eine wunderbar kreative Zusammenarbeit zwischen Hebamme und Schreiner entstand. Der gelernte Schreiner und Bootsbauer Thomas Löpfe nutzt sein Wissen und die Erfahrung aus dem Yachtbau, um Nassräume ästhetisch ansprechend auszustatten. Deshalb laufen in seiner Manufaktur Alegna seit über 25 Jahren Wannen, Lavabos und andere Möbel aus Holz »vom Stapel«.

Vom Bootsbau zur Holzwanne

Bedenkt man, dass der Mensch seit jeher Boote aus Holz baut und damit erfolgreich die Weltmeere überquert, gewinnen Wannen aus Holz rasch an Selbstverständlichkeit. Mit dem Baustoff Holz umgibt sich der Mensch gerne. Er vermittelt Wärme und impliziert Geborgenheit. Außerdem ist Holz formbar und individuelle Wünsche sind gut realisierbar.

2023 eröffnete ich mit dem Geburtshaus Luzern einen dritten Standort. Hierfür baute Löpfe nun die Wunsch-Gebärbadewanne. Ihr Name: Laguna Terra.

In jedem Detail spiegelt sich das Wissen und die Erfahrung aus jahrelanger Hebammenarbeit: Der tiefe Einstieg, die beiden Sitzflächen auf verschiedenen Niveaus, die Armlehnen und die frei wählbaren Möglichkeiten, die Füße platzieren zu können, machen sie zu einer praktikablen Geburtswanne. Seither erfüllt sie mit Beständigkeit die hohen Ansprüche des Hebammenteams. Bei Terra Alta wird jedes zweite Kind im Wasser geboren und beinahe jede Gebärende nutzt während der Wehen die Vorzüge des warmen Wassers. Die Form und Ausarbeitung der Geburtswanne ermöglicht es der Gebärenden, eine stabile Position einzunehmen und sie zu wechseln. Das Holz macht die Wanne nicht nur für das Auge zu einem wohligen Erlebnis. Das Wasser bleibt in dieser Wanne deutlich länger angenehm warm. Das Material fühlt sich nie kalt an, weil es die Körpertemperatur beim Anlehnen angenehm übernimmt. So wie nur Holz das kann.

Die Verarbeitung macht die Laguna Terra besonders robust und gleichzeitig sehr sicher in der Anwendung. Die Oberfläche raut nicht auf und bietet Keimen deshalb keinen Nährboden. Sie ist standhaft gegenüber Kratzern und Desinfektionsmitteln.

Der Autor
Thomas Löpfe ist Schreiner und Inhaber der Firma Alegna AG in Basadingen (TG), Schweiz. Er ist gelernter Bootsbauer. Seit über 25 Jahren produziert er mit seinem Team Wannen, Lavabos und Badezimmermöbel aus Holz.
Kontakt: t.loepfe@alegna.ch

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